Konflikte und Zusammenhalt: Orthodoxe Bischofskonferenz ringt um Einheit
Bischof Emmanuel sieht trotz Ukraine-Krieg die Orthodoxie in Deutschland als „eine Kirche“ und wirbt für Dialog
Der Ukraine-Krieg belastet auch die orthodoxen Kirchen in Deutschland. Doch für Bischof Emmanuel von Christoupolis bleibt die Orthodoxie eine ungeteilte Kirche. Als Vertreter der Orthodoxen Bischofskonferenz bei der Bundesregierung fordert er Dialog, Zusammenhalt und mehr Anerkennung durch die Politik. Vatican News veröffentlichte am 25. Februar 2026 ein Interview mit dem griechisch-orthodoxen Geistlichen.
In Deutschland leben Schätzungen zufolge zwischen einer und mehreren Millionen byzantinisch-orthodoxe Christen. Sie gehören unterschiedlichen autokephalen Kirchen an, darunter der russischen, griechischen, serbischen, bulgarischen, rumänischen und georgischen Tradition. Organisiert sind sie in der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD) mit Sitz in Dortmund.
Bischof Emmanuel von Christoupolis, geboren als Ioannis Sfiatkos in Duisburg, betont im Gespräch mit Vatican News, dass es theologisch nur „eine Kirche“ gebe – mit einer gemeinsamen Lehre, Liturgie und einem Kirchenrecht. Der Ukraine-Krieg habe zwar Spannungen in die Bischofskonferenz getragen, doch verstehe man sich weiterhin als Gemeinschaft: „Vielfältig und doch eins.“
Berichte, wonach die russisch-orthodoxe Kirche nicht mehr in der OBKD vertreten sei, weist Emmanuel zurück. Zwar habe die Leitung der Russisch-Orthodoxe Kirche ihren Bischöfen die Teilnahme untersagt, doch seien Beobachter weiterhin eingebunden. Der Dialog dürfe nicht abreißen, auch wenn einzelne Stellungnahmen aus Moskau über das hinausgingen, was man als orthodoxe Tradition verstehe.
Zugleich verweist Emmanuel auf die schwierige Lage vieler russisch-orthodoxer Gemeinden in Deutschland, die Anfeindungen ausgesetzt seien. Von der Politik erwartet er mehr Wahrnehmung und Respekt für die Integrationsleistung der Orthodoxie. Diese sei längst Teil des gesellschaftlichen Lebens und dürfe nicht als bloßes „exotisches Beiwerk“ betrachtet werden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg am Sonntag der Orthodoxie die Berufung des Philippus und die Bedeutung der Ikonen als Bekenntnis zur Menschwerdung Gottes deutete.