Serbisch-orthodoxer Metropolit Joanikije empfing deutsche Diplomaten in Cetinje
Gespräche über die Lage der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Montenegro, das Verhältnis zwischen Kirche und Staat sowie den europäischen Integrationsprozess des Landes.
Der serbisch-orthodoxe Metropolit Joanikije von Montenegro und dem Küstenland hat am 4. November 2026 im Kloster Cetinje zwei hochrangige deutsche Diplomaten empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Situation der Serbisch-Orthodoxen Kirche in Montenegro, das Verhältnis zwischen Kirche und Staat sowie die europäische Integration des Landes, wie die UOJ in Serbien berichtete.
An dem Gespräch nahmen Nathalie Kauter, Direktorin für Westbalkan, Türkei, Vereinigtes Königreich, Arktispolitik und Europarat im Auswärtigen Amt, sowie der deutsche Botschafter in Montenegro, Edgar Alfred Hansen, teil. Die Diplomaten informierten sich über die Stellung der Kirche und die Einschätzung des Metropoliten zu aktuellen politischen Entwicklungen in Montenegro und der Region.
Metropolit Joanikije erläuterte die Schwierigkeiten, mit denen die Kirche seit der kommunistischen Nachkriegszeit konfrontiert gewesen sei. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes habe das religiöse Leben einen deutlichen Aufschwung erlebt. Erst mit dem politischen Machtwechsel im Jahr 2020 seien die Beziehungen zwischen Kirche und Staat institutionell geregelt worden. Noch offene Fragen sollten nach Ansicht des Metropoliten durch Dialog, gegenseitigen Respekt und Vertrauen gelöst werden. Dabei könnten die Erfahrungen Deutschlands und anderer demokratischer Staaten als Vorbild dienen.
Mit Blick auf den angestrebten EU-Beitritt Montenegros äußerte der Geistliche die Hoffnung, dass dieser zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität sowie zu einem besseren Umweltschutz beitragen werde. Die deutschen Diplomaten bekräftigten ihrerseits die Unterstützung Deutschlands für die europäische Integration Montenegros und bezeichneten das Land als Teil Europas.
Die UOJ berichtete zuvor, dass die „Red Week 2026“ erneut auf die Christenverfolgung aufmerksam machen soll.
