Internationale Konferenz zum Werk von Metropolit Johannes Zizioulas
Wissenschaftler und Geistliche verschiedener Kirchen diskutierten im serbisch-orthodoxen Kloster in Hildesheim über das theologische Erbe des Metropoliten von Pergamon.
Vom 15. bis 18. Oktober 2026 fand im serbisch-orthodoxen Kloster in Hildesheim-Himmelsthür die internationale Konferenz „Erweiterung des theologischen Horizonts von Metropolit Johannes Zizioulas“ statt. Das Treffen widmete sich dem Denken und Vermächtnis des 2023 verstorbenen griechisch-orthodoxen Metropoliten Johannes (Zizioulas) von Pergamon im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel, einem bedeutenden orthodoxen Theologen des 20. und frühen 21. Jahrhunderts, der insbesondere für seine Theologie der Person, der Gemeinschaft und der Eucharistie bekannt war. Darüber berichtete die serbische Eparchie auf ihrer Webseite.
Organisiert wurde die Konferenz von der Johannes-Zizioulas-Stiftung und der serbisch-orthodoxen Eparchie von Düsseldorf und Deutschland unter der Leitung von Metropolit Grigorije. Unterstützt wurde sie vom Orthodox Christian Studies Center der Fordham University, der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen und der Volos Academy for Theological Studies. Geistliche, Theologen und Wissenschaftler unterschiedlicher kirchlicher und akademischer Traditionen kamen zusammen, um Zizioulas’ theologisches Erbe zu untersuchen und Möglichkeiten seiner kritischen und kreativen Weiterentwicklung auszuloten.
Die Eröffnung am 15. Oktober begann mit einer Botschaft des Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus, die Bischof Isidor von Andida verlas. Metropolit Grigorije begrüßte die Teilnehmer und verwies auf die erst wenige Tage zuvor erfolgte Neuweihe des Klosters nach umfangreichen Renovierungsarbeiten. Er verband die Erneuerung des Klosters mit dem Anliegen der Konferenz, neue Räume der Begegnung zu schaffen. Die Theologie von Johannes Zizioulas, die Person und Gemeinschaft in der Eucharistie verwurzelt und auf das kommende Reich Gottes ausgerichtet versteht, könne dazu beitragen, den Ängsten und Herausforderungen der Gegenwart mit Ehrlichkeit, Tiefe und Mut zu begegnen.
In weiteren Beiträgen wurde die Bedeutung des theologischen Erbes von Zizioulas für den ökumenischen Dialog und die nachfolgenden Generationen hervorgehoben. Andreas Goulas, Präsident der Johannes-Zizioulas-Stiftung, betonte die Aufgabe, dessen Werk zu bewahren und weiterzuentwickeln. Vertreter der Fordham University, der Universität Göttingen und der Volos Academy unterstrichen die Bedeutung der Begegnung zwischen verschiedenen kirchlichen Traditionen und theologischen Ansätzen. Das wissenschaftliche Programm begann mit der Sitzung „Zizioulas heute lesen“. Eine von Marija Aćimović zusammengestellte Ausstellung über den Theologen begleitete die Konferenz.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Erzpriester Simon Turkic aus Frankfurt seinen neuen Roman „Die unsichtbare Reise“ veröffentlicht hat.
