Deutsche Theologin kritisiert Druck ukrainischer Behörden auf orthodoxe Kirche
Regina Elsner beschreibt, wie ein Verbotsgesetz und pauschale Verdächtigungen Gläubige bei Sumy zusätzlich zum Krieg belasten.
21. Oktober 2026 – Die Theologin Regina Elsner kritisiert den Druck ukrainischer Behörden auf die Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK). Ein Verbotsgesetz belaste Gläubige zusätzlich zum Krieg, berichtet die Website der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
„Die Kirche steht dennoch in der Ukraine unter einem Generalverdacht der Verbindung mit Russland“, schreibt die Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik an der Universität Münster. Die Diözese Sumy habe den Krieg verurteilt und früh erlaubt, Patriarch Kirill nicht mehr liturgisch zu gedenken.
Elsner schildert die Lage der 2008 gegründeten Spiridon-Gemeinde in Selenyi Haj bei Sumy. Rund 230 Menschen aus der Umgebung gehörten ihr zuletzt an.
Seit 2022 evakuieren Priester Oleksandr Petrenko und Gemeindemitglieder Menschen aus Frontgebieten. Sie helfen Zivilisten und Soldaten materiell, psychologisch und seelsorgerisch. Im August 2026 würdigte der ukrainische Staat ihren Einsatz.
Im Sommer 2026 starben bei Angriffen eine 83-jährige Dorfbewohnerin und Anfang August zwei Mädchen, die kurz zuvor noch die Kirche besucht hatten.
Ein Luftangriff beschädigte den Kirchenbau; Beschuss verhindere Reparaturen. Nur elf der einst 34 Dorfbewohner seien geblieben, drei bis fünf Menschen besuchten die Gottesdienste.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass der Leiter der OKU, Epifanij Dumenko, dem deutschen Botschafter erklärt hatte, das Gesetz betreffe nicht nur die UOK.
