Hieromonach Hilarion rief dazu auf, das Kreuz des Nächsten mitzutragen
Bei der Göttlichen Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin erinnerte der Prediger an die ernste Bedeutung des Kreuzes und die Verantwortung der Christen füreinander.
Am 4. Oktober 2026, dem Sonntag nach Kreuzerhöhung, zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Die Predigt hielt Hieromonach Hilarion (Reznicenko), der über die Bedeutung des Kreuzes für das Leben eines Christen sprach, wie die Diözese berichtete.
Hieromonach Hilarion betonte, dass die Worte Christi über das Aufnehmen des Kreuzes unmittelbar an jeden Christen gerichtet seien. Wer Christus nachfolge, müsse bereit sein, sich selbst zu verleugnen und eigene Ziele und Wünsche zurückzustellen. Das Kreuz bedeute dabei ursprünglich die Bereitschaft, für den Glauben sogar das eigene Leben hinzugeben. „Wer das Kreuz auf sich nimmt, riskiert sein Leben, rettet aber seine Seele“, sagte der Prediger mit Blick auf die Worte des Evangeliums.
Zugleich warnte der Geistliche davor, das Kreuz vorschnell mit jedem alltäglichen Problem gleichzusetzen. Krankheit, die Last anderer oder persönliche Entbehrungen könnten zwar zu einem Kreuz werden, doch dürfe die ernste Bedeutung des Begriffs nicht verharmlost werden. Wer nicht verfolgt werde oder unter schwerem Leid zu tragen habe, solle Gott dafür danken und stattdessen denjenigen beistehen, deren Leiden tatsächlich zu einer schweren Last geworden sei.
Auch ohne äußerste Not bleibe jeder Christ dazu aufgerufen, sein Leben als Dienst am Nächsten zu verstehen. Besonders die Zeit, die ein Mensch anderen schenke, sei ein Ausdruck der Liebe und ein persönliches Opfer. Familie, Freundschaft und das Leben in der Kirchengemeinde seien Beispiele dafür, dass Christen durch ihre Aufmerksamkeit und Anteilnahme am Leben anderer das Gebot Christi erfüllen. „Indem wir dies gemäß Christi Gebot tun, verlieren auch wir uns gewissermaßen für den anderen und können so unsere Seelen für die Ewigkeit bewahren“, schloss Hieromonach Hilarion.
Die UOJ berichtete zuvor über Begegnung und Gemeinschaft im erneuerten serbisch-orthodoxen Kloster Himmelsthür.
