Kasseler Organist verlor Kirchenamt wegen AfD-Mandat
Thomas Sosna darf nach einem Unvereinbarkeitsbeschluss nicht mehr in katholischen und evangelischen Kirchen spielen; er klagt vor dem Arbeitsgericht.
Die katholische Dekanatskonferenz Kassel-Hofgeismar hat am 23. September 2026 beschlossen, dass politische Mandatsträger der AfD keine haupt-, neben- oder ehrenamtlichen Aufgaben in ihren Gemeinden übernehmen sollen. Davon betroffen ist auch Thomas Sosna, der für die AfD im Kasseler Stadtparlament sitzt und bislang als Organist in verschiedenen katholischen und evangelischen Kirchen tätig war. Darüber berichtete hs.
Die Kirchen betonen, dass AfD-Mitglieder damit nicht grundsätzlich vom Gemeindeleben ausgeschlossen würden. Bei Personen mit einem politischen Mandat sei eine Tätigkeit im kirchlichen Dienst jedoch nicht vereinbar. Sosna kritisiert die Entscheidung dagegen als Ausgrenzung und fordert einen offenen politischen Dialog.
Bereits im Frühjahr hatte eine evangelische Gemeinde ihr Arbeitsverhältnis auf Stundenbasis gekündigt. Sosna klagt dagegen beim Arbeitsgericht. Ein Arbeitsrechtler bezeichnet den Fall als juristisch schwierig, da politische Mandatsträger besonderen Schutz genießen und bislang vergleichbare Urteile fehlen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass die montenegrinische Metropolie die Separatismusvorwürfe zurückgewiesen hatte.
