25 Jahre nach 9/11: Metropolit Tichon rief zu Gebet und Vergebung auf

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Metropolit Tichon leitet in der St.-Nikolaus-Kathedrale in Washington D.C. eine Panikhida für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Foto: OCA Metropolit Tichon leitet in der St.-Nikolaus-Kathedrale in Washington D.C. eine Panikhida für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Foto: OCA

Der Ersthierarch der Orthodox Church in America mahnte, die Wunden der Vergangenheit nicht in Angst, Hass oder Bitterkeit münden zu lassen.

Metropolit Tichon von ganz Amerika und Kanada der Orthodox Church in America (OCA) gedachte am 11. September 2026 zum 25. Jahrestag der Anschläge der Menschen, die im World Trade Center, im Pentagon und an Bord von United-Airlines-Flug 93 in den USA ums Leben kamen. Sein Gebet gilt auch den Angehörigen, Überlebenden, Ersthelfern und allen Menschen, die bis heute unter den Folgen der Anschläge leiden. Besonders verweist er darauf, dass weiterhin Menschen an Krankheiten sterben, die auf das Einatmen von Schadstoffen aus den Trümmern zurückgeführt werden. Zum Jahrestag veröffentlichte der Geistliche einen Hirtenbrief und hielt ein Totengedenken.

Christliches Gedenken bedeute mehr als die Erinnerung an ein vergangenes Ereignis: Die Verstorbenen würden im Gebet der Barmherzigkeit Gottes anvertraut und zugleich die eigenen Wunden vor Gott gebracht. Angesichts anhaltender Kriege, Gewalt und Spaltungen warnt Metropolit Tichon davor, sich von Angst, Wut oder Verzweiflung bestimmen zu lassen. Stattdessen verweist er auf die Worte Christi: „Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“

Der zeitliche Zusammenhang mit dem Fest der Kreuzerhöhung wenige Tage nach dem 11. September sei dabei ein geistlicher Trost. Das Kreuz zeige, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort hätten; die Wunden des auferstandenen Christus seien zu Zeichen seines Sieges, seiner Barmherzigkeit und seiner Liebe geworden. Auch menschliche und gesellschaftliche Wunden könnten dadurch zu Quellen von Mitgefühl, Umkehr und Vergebung werden. Tichon ruft abschließend zum Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen, die Überlebenden und Helfer sowie für den Frieden in der Welt auf.

Am 11. September 2026 leitete Metropolit Tichon zudem in der St.-Nikolaus-Kathedrale in Washington, D.C., eine Panikhida zum 25. Jahrestag der Terroranschläge. Gemeinsam mit mehreren Priestern wurden die Namen der fast 3.000 Opfer verlesen, darunter zahlreiche orthodoxe Christen. Im Anschluss verlas Tichon seine Erklärung zum Jahrestag und betonte erneut, dass christliches Gedenken über die bloße Erinnerung hinausgehe: Im Gebet würden die Verstorbenen vor Gott gebracht, seiner Barmherzigkeit anvertraut und darum gebeten, dass Gott ihrer gedenke.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Bischof Irenei in einer neuen Videobetrachtung verdeutlichte, dass christliche Einheit nur „Einheit in der Wahrheit“ bedeuten könne. 

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