Kardinal Müller: Muslime respektieren kein schwaches Christentum
Der deutsche Kardinal rief den Westen dazu auf, offen Zeugnis für den christlichen Glauben abzulegen.
Kardinal Gerhard Müller sprach von einem tiefgreifenden Niedergang des christlichen Westens und einem wachsenden Einfluss des Islams. Der ehemalige Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre warnte bei der Konferenz „Tavole di Assisi“ 2026 vor einer beispiellosen Identitätskrise in ehemals christlichen Ländern. Darüber berichtet der Catholic Herald.
„Der christliche Westen ist nicht nur durch äußere Kräfte bedroht, sondern auch durch den Glaubensabfall im Inneren“, erklärte der deutsche Kardinal. „Wir erleben den Triumph des Posthumanismus: einer nihilistischen Ideologie, die bei dem Versuch, die Menschheit von Gott zu befreien, letztlich die Menschheit selbst zerstört.“
Nach Einschätzung des Bischofs weiten muslimische Gemeinschaften ihre Präsenz in Europa aus, weil sich der Westen von seinen früheren Werten abwendet. Im Gegensatz zum säkularisierten Westen schäme sich der Islam Gottes nicht und biete ein grundlegend anderes Menschenbild.
Kardinal Müller stellte die Mission des heiligen Franz von Assisi in den Mittelpunkt seiner Rede. Dieser war während des Fünften Kreuzzugs zu Sultan al-Malik al-Kamil gereist, um den Heerführer zum christlichen Glauben zu bekehren. „Der Heilige begegnete dem Sultan nicht, um einen diplomatischen Salon zu eröffnen oder den Glauben des Sultans zu stärken, sondern aus Liebe zu den Seelen und in der unerschütterlichen Gewissheit, dass Jesus Christus der einzige Erlöser der Menschheit ist.“
Müller betonte, dass Versuche der Evangelisierung wirkungslos blieben, wenn man dabei die eigene Identität verberge. „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt und auf eine Wohltätigkeitsorganisation oder einen Umweltschützer reduziert wird“, erklärte Müller. „Sie respektieren diejenigen, die glauben. Der heilige Franziskus erwies dem Sultan gerade deshalb Respekt, weil er mit der Gabe des Heiligen Geistes zu ihm sprach und sein Leben als Zeugnis anbot.“
Der Kardinal verwies auf den Verlust von Vernunft und Glauben im Westen sowie auf die Verbreitung von Nihilismus und Transgender-Ideologie. Angesichts dieser geistlichen Leere beginne der Islam den Menschen wie ein fester Fels zu erscheinen. Als einzige Lösung für den Westen nannte der Bischof die Verkündigung der Königsherrschaft Christi über die Gesellschaft und die Rückkehr zur Mission.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein katholischer Bischof in Tschechien den Mord an dem Swjatogorsker Mönch verurteilt hatte.