Erzpriester Slobodan Tijanić: „Wir sind Meister darin, Boten zu töten“

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Erzpriester Slobodan Tijanić predigte in der Auferstehungskirche in Frankfurt am Main über das Gleichnis von den bösen Winzern und den Ruf zur persönlichen Umkehr. Foto: Gemeinde Erzpriester Slobodan Tijanić predigte in der Auferstehungskirche in Frankfurt am Main über das Gleichnis von den bösen Winzern und den Ruf zur persönlichen Umkehr. Foto: Gemeinde

In seiner Predigt in Frankfurt rief der Geistliche dazu auf, die Warnungen Gottes anzunehmen und das Evangelium auf das eigene Leben zu beziehen.

Beim Sonntagsgottesdienst zum Fest des heiligen Märtyrers Myron in der serbisch-orthodoxen Auferstehungskirche in Frankfurt am Main am 30. August 2026 hat Erzpriester Slobodan Tijanić über das Gleichnis von den bösen Winzern (Mt 21,33-42) gepredigt. Im Mittelpunkt seiner Auslegung stand die Frage, wie der Mensch mit den Gaben Gottes und den Warnungen umgeht, die ihm im Leben begegnen. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrer Facebook-Seite.

Der Geistliche betonte, dass der Mensch nichts als endgültiges Eigentum besitzen könne. Leben, Gesundheit, Fähigkeiten, Zeit und Familie seien Gaben Gottes, die dem Menschen anvertraut worden seien. „Alles ist ein Weinberg. Alles wurde uns zum Bewahren gegeben, nicht zum Besitz“, sagte Erzpriester Slobodan Tijanić. Die Versuchung beginne dort, wo der Mensch sich selbst zum Herrn über das ihm Anvertraute mache.

Die Knechte des Weinbergbesitzers deutete der Erzpriester in seiner Predigt als die vielfältigen Warnungen und Mahnungen im Leben eines Menschen: Krankheit, die zur Umkehr aufrufe, Freunde, die unbequeme Wahrheiten aussprechen, oder die Stimme des Gewissens. „Wir sind Meister darin, Boten zu töten“, sagte er. Heute geschehe dies meist nicht mit Gewalt, sondern durch Gleichgültigkeit, Ablenkung und das Zurückweisen unbequemer Wahrheiten.

Auch die Sendung des Sohnes im Gleichnis bezog der Erzpriester unmittelbar auf Christus und das persönliche Leben jedes Gläubigen. Jede Sünde könne als Versuch verstanden werden, Christus aus bestimmten Bereichen des eigenen Lebens auszuschließen, um selbst die Kontrolle zu behalten. Das Gleichnis dürfe deshalb nicht nur auf die Gegner Christi zur Zeit des Evangeliums bezogen werden.

Besonders warnte der Geistliche davor, die Botschaft des Gleichnisses stets auf andere anzuwenden. „Es ging um mich“, sagte der Geistliche mit Blick auf seine eigene Erfahrung beim Lesen geistlicher Bücher. Das Evangelium sei nicht dazu da, andere zu belehren, sondern den Menschen zur Selbstprüfung und Umkehr aufzurufen.

Zugleich endete die Predigt mit einer Botschaft der Hoffnung. Solange der Mensch noch bereit sei, sich Gott zu öffnen, sei der „Weinberg“ nicht verloren. „Gott verlangt von den Schwachen nicht, stark zu sein. Er bittet sie nur, nicht wegzulaufen, wenn er anklopft“, sagte der Erzpriester. Christus frage den Menschen letztlich nicht nur, ob er an die Geschichte glaube, sondern warum er sie gerade heute höre.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der Publizist Alexander Kissler den katholischen und evangelischen Kirchen eine „Unterwerfung“ unter den Islam vorwarf.

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