Erzbischof Tichon: Entschlafung der Gottesmutter weist Weg zum ewigen Leben

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Erzbischof Tichon von Rusa zelebriert am 28. August 2026 die Göttliche Liturgie zum Fest der Entschlafung der Gottesmutter in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Foto: Diözese Erzbischof Tichon von Rusa zelebriert am 28. August 2026 die Göttliche Liturgie zum Fest der Entschlafung der Gottesmutter in der Auferstehungskathedrale in Berlin. Foto: Diözese

Der Administrator der Berliner Diözese predigte über die Überwindung der Todesfurcht, ein Leben nach dem Evangelium und die Nachahmung der Tugenden der Gottesmutter.

Am Fest der Entschlafung der Allerheiligsten Gottesgebärerin hat Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, am 28. August 2026 die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin gefeiert. In seiner Predigt stellte er das Fest als „Triumph des Lebens über den Tod“ heraus und rief die Gläubigen dazu auf, ihr Leben an Christus und dem Vorbild der Gottesmutter auszurichten. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.

Die Kirche bezeichne das Ende des irdischen Lebens Marias bewusst als „Entschlafung“ und nicht als Tod, sagte Erzbischof Tichon. Zwar stehe der Mensch angesichts des Todes zunächst Trauer und Trennung gegenüber, doch die Entschlafung der Gottesmutter sei von geistlicher Freude geprägt. In ihr werde sichtbar, dass Christus die Macht des Todes überwunden habe und der Tod nicht das letzte Wort behalte.

Mit Blick auf die kirchliche Überlieferung erinnerte der Erzbischof in seiner Predigt daran, dass Maria ihren bevorstehenden Heimgang zu ihrem Sohn und Gott freudig angenommen habe. Ihr Leib sei nach der Überlieferung nicht im Grab geblieben, sondern von Christus auferweckt und in den Himmel aufgenommen worden. Unter Berufung auf den orthodoxen Theologen Erzpriester Sergij Bulgakow betonte Erzbischof Tichon zugleich, dass Maria den Tod nicht aus eigener Kraft überwunden habe: Auch sie sei dem Gesetz des Todes unterworfen gewesen, dessen Macht für sie durch Christus gebrochen worden sei.

Die Entschlafung der Gottesmutter sei damit eine Fortsetzung des Pascha-Mysteriums Christi, erklärte der Erzbischof. Wie vom Grab des auferstandenen Christus gehe auch vom Grab der Gottesmutter die Hoffnung auf Unvergänglichkeit aus. Diese Hoffnung solle die Todesfurcht des Menschen überwinden. Zugleich warnte der Geistliche davor, den Tod von der eigenen Lebensführung zu trennen. Nach den Worten des heiligen Innozenz von Kherson werde der Tod dort zum Übel, wo der Mensch sein Leben in Sünde, ohne Reue und ohne Glauben verlasse.

Als Konsequenz rief Erzbischof Tichon dazu auf, „die Sünde in uns auszumerzen“ und ein Leben im Einklang mit dem Evangelium zu führen. Die Gläubigen sollten sich dabei an den Tugenden der Gottesmutter orientieren: Reinheit, Sanftmut, Demut und Vertrauen auf Gott. Ihr wichtigstes Vermächtnis sehe er in den Worten Marias bei der Hochzeit zu Kana: „Alles, was er euch gebietet, das tut“ (Joh 2,5). Daraus leitete Erzbischof Tichon den Aufruf ab, Christus zu gehorchen, seine Gebote zu halten, den Nächsten zu lieben, zu vergeben, Gutes zu tun und auf Christus in allen Lebenslagen zu vertrauen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass der Publizist Alexander Kissler den katholischen und evangelischen Kirchen eine „Unterwerfung“ unter den Islam vorwarf.

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