Junge orthodoxe Christen berichten von ihren Erfahrungen im Kloster
Studienjahr in der Skite St. Spyridon in Geilnau prägte Glaubensleben und Berufungsfragen.
Drei junge orthodoxe Christen berichten in einem neuen Video von OrthMedien aus Krefeld über ihre Erfahrungen während eines Studienjahres in der serbisch-orthodoxen Skite St. Spyridon in Geilnau an der Lahn. Die jungen Männer schildern, wie sie das klösterliche Leben kennengelernt haben und welche Bedeutung Gebet, Gottesdienste und theologische Ausbildung für ihren Glauben gewonnen haben. Der orthodoxe YouTube-Kanal veröffentlichte das Video am 21. August 2026.
Serafim berichtet z. B., bereits kurz nach seiner Taufe Klöster besucht zu haben. Das Leben in der Skite habe ihn besonders angesprochen, weil es ihm möglich ist, sich umfassend dem Gebet und dem geistlichen Leben zu widmen. Er habe das Studienjahr schließlich einem ursprünglich geplanten Work-and-Travel-Aufenthalt vorgezogen. Ausschlaggebend sei für ihn gewesen, die Orthodoxie nicht nur durch den sonntäglichen Gottesdienst zu erlernen, sondern den orthodoxen Glauben im gesamten Tagesablauf zu leben.
Besonders prägend schildern die jungen Männer den Rhythmus aus Gottesdiensten, Arbeit und Studium. Die regelmäßigen Gottesdienste helfen ihnen, den Tag stärker auf Gott auszurichten und auch in schwierigen Situationen Frieden zu finden. Das theologische Studium habe ihnen außerdem vermittelt, dass Dogmatik nicht lediglich aus abstrakten Lehrsätzen bestehe, sondern mit dem geistlichen Leben verbunden sei. Als wichtige Erkenntnis nennen sie unter anderem die Bedeutung des „Königtums Gottes“ als Ziel des christlichen Lebens.
Die Klosterzeit habe bei ihnen auch Fragen nach der eigenen Berufung verstärkt. Einer der Teilnehmer erklärt, das Mönchtum sei für ihn durch die Erfahrung in Geilnau erstmals zu einer realistischen Möglichkeit geworden. Ein anderer Bericht, seine anfängliche Einschätzung von 70 Prozent Ehe und 30 Prozent Mönchtum habe sich im Laufe des Studienjahres nahezu umgekehrt. Gewissheit über den weiteren Lebensweg habe er dennoch nicht. Sein Frieden bestehe darin, das eigene Leben Christus anzuvertrauen und darauf zu vertrauen, dass Gott den weiteren Weg zeigen werde.
Eine weitere Möglichkeit, das klösterliche Leben in Geilnau kennenzulernen, bietet sich bereits im Herbst. Vom 14. September bis 24. Oktober 2026 veranstaltete die serbisch-orthodoxe Skite St. Spyridon ihr zweites sechswöchiges theologisches Seminar. Das auf fünf Teilnehmer begrenzte Programm verbindet das Leben im Kloster mit theologischer Ausbildung, täglichen Gottesdiensten und praktischer Mitarbeit. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem Bibelkunde, Dogmatik, Patrologie, Liturgik, Kirchengeschichte sowie altchristliche Kunst und die Theologie der Ikone. Unterkunft und Studium sind kostenfrei; im Gegenzug helfen die Teilnehmer im Klosteralltag mit.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Abt Daniil im St.-Georgs-Kloster zum Fest der Verklärung des Herrn über die Berufung des Menschen zur geistlichen Verwandlung sprach.