Debatte in Hamburg: Vatikan bestätigt Vorgaben zur Sexualerziehung
Elternnetzwerk fordert Rücknahme des umstrittenen Rahmenkonzepts „Männlich, weiblich, divers“ an katholischen Schulen im Erzbistum.
Das vatikanische Dikasterium für Kultur und Bildung hat Eltern römisch-katholischer Schulen im Erzbistum Hamburg bestätigt, dass das Dokument „Als Mann und Frau schuf sie“ von 2019 weiterhin maßgeblich für Leitlinien zur Sexualerziehung ist. Darin wird die Gender-Ideologie im Bildungsbereich zurückgewiesen. Das Elternnetzwerk Kinderschutz und Prävention fordert daraufhin von Erzbischof Stefan Heße die unverzügliche Rücknahme des Hamburger Rahmenkonzepts „Männlich, weiblich, divers“. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 19. August 2026.
Das Hamburger Konzept war im Juni 2025 in Kraft gesetzt worden und soll seit dem Schuljahr 2026/27 an den 15 katholischen Schulstandorten umgesetzt werden. Das Elternnetzwerk sieht darin zahlreiche Widersprüche zu den vatikanischen Vorgaben und führt unter anderem Aussagen zur Geschlechtsidentität, zum Menschenbild sowie zum Elternrecht an. In einer Gegenüberstellung listet das Netzwerk 20 Punkte auf, in denen es das Hamburger Konzept im Gegensatz zum vatikanischen Dokument sieht.
Das Erzbistum Hamburg bezeichnet das Konzept dagegen als zeitgemäße, werteorientierte und wissenschaftlich fundierte Sexualpädagogik und betont die Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Die Antwort des Vatikans erwähnt das Hamburger Rahmenkonzept nicht ausdrücklich und nimmt auch zu den konkreten Einwänden der Eltern keine Stellung. Das Elternnetzwerk wertet sie dennoch als Bestätigung seiner Kritik und ruft Katholiken in Deutschland dazu auf, den aus seiner Sicht bestehenden Widerspruch zwischen dem Hamburger Konzept und den vatikanischen Vorgaben öffentlich zu thematisieren.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Dragiša Jerkić in München über die christliche Berufung zur Vergebung predigte.