Die orthodoxe Kirche feiert die Verklärung des Herrn

10:30
92
Ikone der Verklärung des Herrn. Auf dem Berg Tabor erscheint Christus in göttlicher Herrlichkeit vor den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes; zu seinen Seiten stehen Mose und Elias. Foto: blagovist.info Ikone der Verklärung des Herrn. Auf dem Berg Tabor erscheint Christus in göttlicher Herrlichkeit vor den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes; zu seinen Seiten stehen Mose und Elias. Foto: blagovist.info

Auf dem Berg Tabor offenbarte Christus seinen Jüngern seine göttliche Herrlichkeit und gab ihnen einen Vorausblick auf die Vergöttlichung des Menschen.

Am 19. August (6. August nach dem julianischen Kalender) feiert die orthodoxe Kirche eines der zwölf Hochfeste: die Verklärung des Herrn und Erlösers Jesus Christus. Das Fest erinnert an das im Evangelium überlieferte Geschehen, bei dem Christus seinen drei Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes seine göttliche Herrlichkeit offenbarte. Der Überlieferung nach ereignete sich die Verklärung auf dem Berg Tabor in Galiläa. Darüber berichtete die ukrainische Redaktion der UOJ.

Nach dem Bericht der Evangelien nahm Jesus die drei Apostel mit auf den Berg. Dort wurde er vor ihren Augen verklärt: Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht (Mt 17,1–2). Mose und Elias erschienen und sprachen mit Christus über sein bevorstehendes Leiden und seinen Tod (Lk 9,31). Anschließend überschattete eine helle Wolke den Berg, und die Stimme Gottes, des Vaters, erklang: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“ (Mt 17,5). Die erschrockenen Apostel fielen zu Boden. Christus trat zu ihnen, berührte sie und sprach: „Steht auf und fürchtet euch nicht!“ (Mt 17,7). Als sie aufblickten, waren Mose, Elias und die Wolke verschwunden; vor ihnen stand nur noch Christus.

Die Verklärung war für die Jünger eine entscheidende Offenbarung über die wahre Identität Christi. Das Fest verweist damit zugleich auf die Auferstehung und die Herrlichkeit Christi. In der orthodoxen Tradition gilt die Verklärung darüber hinaus als Vorausbild der Vergöttlichung des Menschen: Der Mensch ist dazu berufen, durch die Gnade Gottes in die Gemeinschaft mit ihm aufgenommen und nach dem Bild Gottes verklärt zu werden.

Das Geschehen auf dem Tabor wird in der orthodoxen Kirche als Offenbarung des göttlichen, ungeschaffenen Lichtes verstanden. Die drei Apostel durften Christus in seiner Herrlichkeit schauen, während Mose und Elias als Vertreter des Alten Bundes mit ihm erschienen. In dieser Begegnung werden Himmel und Erde, Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden. Die Verklärung Christi macht nach orthodoxem Verständnis sichtbar, wozu der Mensch bestimmt ist: zur Wiederherstellung der durch den Sündenfall verdunkelten Gottähnlichkeit und zur Teilhabe am göttlichen Leben.

Während der Fastenzeit ist an diesem Tag Fisch erlaubt, in vielen Gemeinden werden traditionell Früchte gesegnet.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Daniel Schärer in der Auferstehungskirche Zürich über das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht und den Weg zur Überwindung des Grolls predigte.

Wenn Sie einen Fehler entdeckt haben, wählen Sie den Text aus und drücken Sie Strg + Eingabetaste oder Fehler ausbessern, um ihn der Redaktion zu melden
Wenn Sie einen Fehler im Text finden, markieren Sie ihn mit der Maus und drücken Sie Strg+Enter oder diese Schaltfläche Wenn Sie einen Fehler im Text finden, markieren Sie ihn mit der Maus und klicken Sie auf diese Schaltfläche Der ausgewählte Text ist zu lang!
Weiterlesen