„Das Werkzeug des Todes ist zum Werkzeug des Lebens geworden“

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Erzpriester Slobodan Tijanić zelebrierte zum Fest der Kreuzerhöhung in Frankfurt. Foto: Gemeinde Erzpriester Slobodan Tijanić zelebrierte zum Fest der Kreuzerhöhung in Frankfurt. Foto: Gemeinde

Der serbisch-orthodoxe Erzpriester Slobodan Tijanić rief in Frankfurt dazu auf, das eigene Kreuz im Glauben zu tragen.

Zum Fest der Kreuzerhöhung am 27. September 2026 erinnerte der serbisch-orthodoxe Erzpriester Slobodan Tijanić in der Auferstehungskirche Frankfurt an die Bedeutung des Kreuzes Christi als Zeichen des Sieges über den Tod. In seiner Predigt betonte er, dass auch persönliche Leiden im Vertrauen auf Gott zu einem Weg des Heils werden können. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrer Facebook-Seite.

Erzpriester Slobodan Tijanić hat in einer Predigt zum Fest der Kreuzerhöhung dazu aufgerufen, das eigene Leid nicht als Zeichen der Verlassenheit durch Gott, sondern als möglichen Weg zum Heil zu verstehen. Das Kreuz Christi, einst ein Zeichen tiefster Erniedrigung, sei durch seinen Tod zum Zeichen des Sieges über den Tod und zum Werkzeug des Lebens geworden. „Das Werkzeug des Todes ist zum Werkzeug des Lebens geworden“, betonte Tijanić. Die Gläubigen sollten deshalb das Kreuz nicht nur als äußeres Glaubenszeichen tragen, sondern auch bereit sein, das eigene Kreuz im Alltag auf sich zu nehmen.

Der Geistliche verwies auf persönliche Belastungen wie Krankheit, Verlust, Einsamkeit und andere Schwierigkeiten, mit denen Menschen konfrontiert seien. Christus habe seine Jünger dazu aufgerufen, ihr Kreuz täglich auf sich zu nehmen und ihm nachzufolgen. Das Kreuz am Hals müsse deshalb auch an die Bereitschaft erinnern, im Alltag zu vergeben, geduldig zu sein und an dem festzuhalten, was schwerfalle. Entscheidend sei, die eigenen Lasten nicht in Verzweiflung, sondern im Vertrauen auf Gott zu tragen.

Zugleich warnte der Priester davor, das eigene Leid mit dem anderer Menschen zu vergleichen. Wer glaube, andere hätten es leichter, kenne deren tatsächliche Belastungen nicht. Solche Vergleiche verstärkten lediglich die eigene Verbitterung, ohne die Last zu erleichtern. „Der einzige Weg zum Heil besteht nicht darin, Kreuze miteinander zu vergleichen. Der einzige Weg zum Heil besteht darin, das eigene Kreuz auf sich zu nehmen und dem Herrn nachzufolgen“, sagte er.

Abschließend ermutigte er die Gläubigen, das Fest nicht als Aufforderung zur Verzweiflung, sondern als Zeichen der Hoffnung zu verstehen. Das eigene Kreuz sei keine Strafe und kein Beweis dafür, dass Gott einen Menschen verlassen habe. Vielmehr könne es im Glauben zu einem Weg werden, auf dem der Mensch Christus nachfolge. Der Segen des Kreuzes richte sich an alle Menschen, unabhängig davon, wo sie lebten oder in welcher Lebenssituation sie sich befänden.

Die UOJ berichtete zuvor, dass ein katholischer Priester in Polen nach einem tödlichen Messerangriff auf sein Kloster zur Vergebung aufrief.

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