OIDAC-Geschäftsführerin Anja Tang fordert bessere Erfassung antichristlicher Straftaten
Leiterin der Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa sieht zunehmende Christenfeindlichkeit und mahnt zu einer sachlichen Debatte
Die Geschäftsführerin der Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa (OIDAC) mit Sitz in Wien, Anja Tang, warnt vor einer zunehmenden Christenfeindlichkeit in Europa. In einem Interview mit dem katholischen Nachrichtenportal CNA vom 5. August 2026 verweist sie auf steigende Zahlen antichristlicher Straftaten in mehreren Ländern, darunter Frankreich und Deutschland. Zugleich sei das Problembewusstsein in Politik und internationalen Organisationen gewachsen, etwa durch neue Leitlinien der OSZE zu christenfeindlichen Hassverbrechen.
Tang betont, dass christenfeindliche Gewalt differenziert betrachtet werden müsse. Pauschale Schuldzuweisungen gegenüber bestimmten Gruppen seien ebenso wenig hilfreich wie eine Relativierung des Problems. Zugleich kritisiert sie Defizite bei der Erfassung entsprechender Straftaten sowie mangelnde Sensibilität staatlicher Stellen für religiöse Tatmotive.
Die OIDAC-Chefin fordert deshalb eine bessere statistische Erfassung antichristlicher Straftaten, mehr Sensibilität bei Polizei und Justiz sowie eine engere Zusammenarbeit mit Kirchen und Behörden. Zudem spricht sie sich für die Einrichtung eines EU-Koordinators zur Bekämpfung christenfeindlicher Gewalt aus. Ziel müsse eine evidenzbasierte Debatte sein, die Christenfeindlichkeit als menschenrechtliches Problem behandle.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Theophilos III. eine Pilgergruppe aus der deutschen ROKA-Diözese unter Leitung von Metropolit Mark empfing.