Erzpriester Matthias Zierenberg: Prüfungen lassen den Glauben wachsen
Der Geistliche deutete das Evangelium vom sinkenden Petrus als Glaubensschule, in der Christus seine Jünger Schritt für Schritt zur Erkenntnis seiner Gottheit und zu einem reifen Vertrauen führt
Am neunten Sonntag nach Pfingsten (2. August 2026) hat Erzpriester Matthias Zierenberg von der deutschsprachigen serbisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Lubentius in Limburg-Dietkirchen in seiner Predigt über das Evangelium vom sinkenden Petrus (Mt 14,22–34) gesprochen und erklärt, dass Christus seine Jünger durch Prüfungen zu einem tieferen Glauben und zur Erkenntnis seiner Gottheit führt. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Erzpriester Matthias Zierenberg stellte das Evangelium in den Zusammenhang der Ausbildung der Apostel durch Christus. Die Nachfolge Jesu bedeute nicht nur das Erlernen von Wissen, sondern eine grundlegende Veränderung des Weltbildes. Die Jünger müssten lernen, ihr Vertrauen nicht auf die Grenzen der gefallenen Welt, sondern auf die Allmacht Gottes zu setzen. Christus führe sie deshalb behutsam durch Erfahrungen, die ihren Glauben wachsen ließen.
Anhand der Bändigung der Stürme erläuterte der Erzpriester, dass Christus seine Jünger bewusst in schwierige Situationen führe. Im Evangelium vom sinkenden Petrus erscheine Jesus erst in der vierten Nachtwache und lasse die Jünger zunächst Angst und Unsicherheit erleben. Diese Prüfungen dienten nicht ihrer Verzweiflung, sondern der Stärkung ihres Glaubens. Petrus zeige mit seiner Bitte, auf dem Wasser zu Christus kommen zu dürfen, bereits einen großen Glauben, sinke jedoch, als er sich von der Furcht überwältigen lasse. Nicht der Sturm sei die eigentliche Ursache seines Untergangs gewesen, sondern sein Kleinglaube.
Der Geistliche betonte, dass Christus nicht zuerst die äußeren Schwierigkeiten beseitige, sondern den Menschen zur inneren Umkehr und zu einem stärkeren Glauben führen wolle. Mit jeder bestandenen Prüfung wachse das Vertrauen auf Gott. Dies zeige sich auch daran, dass die Jünger nach diesem Ereignis Jesus nicht mehr nur als außergewöhnlichen Menschen betrachteten, sondern ihn als den Sohn Gottes anbeteten.
Abschließend verwies der Priester auf das Ziel des christlichen Lebens: die Wiederherstellung der Gottebenbildlichkeit und die enge Gemeinschaft mit Gott. Als Vorbild nannte er den Propheten Elias, dessen Leben von unerschütterlichem Glauben und völligem Vertrauen auf Gottes Wirken geprägt gewesen sei. Der Mensch werde durch die Verbindung mit Gott selbst Teil seines Erlösungswerkes.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Isaak ein antiochenisch-orthodoxes Jugendlager in den Niederlanden besuchte.