Äthiopien: Acht Tote bei Drohnenangriff auf orthodoxes Kloster
Bei dem Angriff während eines Festgottesdienstes kamen zwei Nonnen und sechs Priester ums Leben. Mehrere weitere Menschen wurden schwer verletzt.
Bei einem Drohnenangriff auf ein orthodoxes Kloster in Äthiopien sind acht Menschen getötet worden. Der Angriff auf das Abbay Giyorgis St Arsema Unity Monastery ereignete sich am 22. Juli während eines Gottesdienstes in der Region Amhara. Unter den Todesopfern befinden sich zwei Nonnen und sechs Priester. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Darüber berichtet Christian Today.
Bislang ist nicht eindeutig geklärt, wer für den Angriff verantwortlich ist. Die Menschenrechtsorganisation International Christian Concern vermutet, dass der Drohnenangriff im Zusammenhang mit einer Operation der äthiopischen Regierung gegen Kämpfer der Fano-Gruppierung stehen könnte.
Die Fano-Gruppierung führt seit 2018 einen bewaffneten Aufstand. Ihre Anhänger erklären, die Interessen der ethnischen Gruppe der Amharen gegen Bedrohungen verteidigen zu wollen. Die äthiopische Regierung vermutet, dass sich Kämpfer der Gruppierung auf dem Gelände des Klosters aufgehalten haben könnten.
Der Ökumenische Rat der Kirchen verurteilte den Angriff. Sein Generalsekretär, Dr. Jerry Pillay, bezeichnete den mutmaßlichen Angriff auf ein Gotteshaus sowie die Tötung und Verletzung von Zivilisten als zutiefst beunruhigend und vollkommen inakzeptabel.
Religiöse Einrichtungen und Zivilisten dürften niemals zum Ziel militärischer Operationen werden oder in deren unmittelbare Gefahrenzone geraten, erklärte Pillay. Die anhaltende Gewalt sowie die Angriffe auf Zivilisten und religiöse Einrichtungen in der Region Amhara müssten beendet werden.
Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen forderte eine unverzügliche, glaubwürdige, transparente und unabhängige Untersuchung des Angriffs. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Zugleich sprach er den Familien der Opfer sein Beileid aus und rief alle Konfliktparteien zu einer friedlichen Lösung auf.
Ein äthiopischer Pastor erklärte gegenüber International Christian Concern, der Angriff habe schwerwiegende psychologische Folgen für die Gläubigen. Kirchen und Klöster seien traditionell Orte, an denen Menschen Gott suchten, beteten und Frieden fänden.
Wenn ein Gotteshaus zu einem Ort des Todes werde, fragten sich die Gläubigen, wo sie sich noch sicher versammeln könnten. Unabhängig davon, ob bewaffnete Kämpfer das eigentliche Ziel gewesen seien, hätten Priester, Nonnen und andere Gottesdienstbesucher ihr Leben verloren.
Der Pastor betonte zugleich, dass die Hoffnung der Christen trotz der Gewalt fortbestehe. Gebäude könnten zerstört und Menschen getötet werden, doch der Glaube an Christus bleibe bestehen. Er bat die weltweite christliche Gemeinschaft um Gebete für die Familien der Opfer sowie für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in Äthiopien.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass christliche Kliniken in Frankreich eine gesetzliche Gewissensklausel zum Schutz vor einem Zwang zur Mitwirkung an Sterbehilfe gefordert haben.