Bürgerinitiative klagte gegen neues Kreuz auf öffentlichem Grund in Comps
Das ohne Genehmigung auf einem Gemeindefelsen errichtete Metallkreuz rief Antifaschisten und die Liga für Menschenrechte auf den Plan, die darin einen Verstoß gegen das Laizitätsgesetz sehen.
Im südfranzösischen Comps sorgt ein neu errichtetes Metallkreuz für Ärger. Eine Bürgerinitiative aus dem Département Gard, die sich gegen Rassismus und Faschismus stellt, hat die Liga für Menschenrechte eingeschaltet und verlangt, das religiöse Symbol vom öffentlichen Grundstück zu entfernen. Nach Ansicht der Initiative verstößt die Aufstellung gegen das französische Gesetz zur Trennung von Staat und Kirche. Darüber berichtete Police & Réalités.
Das Kreuz wurde ohne erkennbare Genehmigung auf einem Felsen angebracht, der der Gemeinde gehört. Schon im Jahr zuvor hatte an derselben Stelle ein Holzkreuz gestanden, das später wieder verschwand. Die Initiatoren verweisen auf das Laizitätsgesetz von 1905, das die Errichtung neuer religiöser Symbole auf öffentlichem Grund grundsätzlich verbietet. Für ältere, historische Kreuze und Denkmäler gilt diese Regelung nicht. Wer das jetzige Metallkreuz aufgestellt hat, ist nicht bekannt. Die Initiative vermutet jedoch, dass es eine Verbindung zu einer örtlich aktiven katholischen Identitätsbewegung geben könne.
Die Gruppe fordert die zuständigen Stellen nun auf, die Rechtmäßigkeit der Installation zu prüfen und sie notfalls entfernen zu lassen. Eine Stellungnahme der Gemeinde oder der Präfektur gab es zunächst nicht. Der Vorfall fügt sich in eine schon länger schwelende Debatte darüber ein, wie das französische Prinzip der Laizität und der Umgang mit religiösen Zeichen im öffentlichen Raum miteinander in Einklang zu bringen sind.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein österreichisches Hospiz in Jerusalem 15 Millionen für die Sanierung benötigt.