Bischof Irenei: Königliche Märtyrer rufen zu einem kompromisslosen Glauben auf
Bischof der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland würdigte am Gedenktag der heiligen Zarenfamilie deren bleibendes Glaubenszeugnis und rief zu einem kompromisslosen Leben in Christus auf
Mit einer eindringlichen Predigt hat Bischof Irenei von London und Westeuropa am Gedenktag der Heiligen Königlichen Märtyrer am 17. Juli 2026 in der Londoner Kathedrale der Geburt der Gottesmutter und der Heiligen Königlichen Märtyrer an das geistliche Vermächtnis der letzten russischen Zarenfamilie erinnert. Der Hierarch der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) bezeichnete Zar Nikolaus II., Zarin Alexandra, Zarewitsch Alexij sowie die Großfürstinnen Olga, Tatiana, Maria und Anastasia als zeitlose Vorbilder des Glaubens, deren Zeugnis den Christen auch heute den Weg weise. Die Diözese veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
Im Mittelpunkt der Predigt stand die Kritik an einer Haltung der Selbstrechtfertigung. Der moderne Mensch sei „zu einem Geschöpf der Ausreden geworden“, sagte Bischof Irenei. Immer wieder suche er nach Begründungen für mangelnden geistlichen Einsatz und entschuldige sich mit den Schwächen seiner Zeit. Dem stelle die Kirche am Fest der Königlichen Märtyrer ein lebendiges Gegenbeispiel entgegen. Die Heiligen zeigten, „dass es auch in diesem Zeitalter, in dieser modernen Welt, solche Menschen gibt“, die in Treue zu Christus lebten und den Gläubigen zuriefen: „Seid stark, widersteht dem Bösen, und ihr werdet mit uns die Fülle des Lebens erfahren.“
Bischof Irenei erinnerte daran, dass die Königlichen Märtyrer für die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland eine besondere Bedeutung hätten. Ihr Martyrium stehe in engem Zusammenhang mit der bolschewistischen Revolution, der Verfolgung der Kirche und der Entstehung der Auslandskirche.
Wären Zar Nikolaus II. und seine Familie nicht bereit gewesen, „aus dem ihnen widerfahrenen Unrecht ein Martyrium zu errichten“, und hätten geistliche Führer wie Patriarch Tichon oder Metropolit Antonius darauf nicht im Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist reagiert, „wäre der Triumph des Teufels unvorstellbar gewesen“. Gott habe jedoch „diese Lichter erstrahlen lassen, um den Weg der Wahrheit zu erleuchten“.
Zugleich warnte der Hierarch davor, die Heiligen lediglich als historische Gestalten zu betrachten. Geschichte verblasse, sagte er, doch Heilige wirkten in Christus weiter und sprächen auch in der Gegenwart zu den Gläubigen. Die Königlichen Märtyrer stünden jedem Christen zur Seite und sagten: „Nein, das ist nicht der Weg. Das ist nicht das Leben in Christus. Geh stattdessen mit uns, und wir werden dir einen besseren Weg zeigen.“ Wer leide, finde bei ihnen ein Vorbild, „wie ihr euer Leid in etwas verwandeln könnt, das Erlösung und sogar Freude bringt“. Wer geistlich erkaltet sei oder sich vom Widerstand der Welt entmutigen lasse, werde durch ihr Beispiel daran erinnert, dass „der wahre Kampf in euch selbst stattfindet“ und keine Macht der Welt einem glaubwürdigen christlichen Zeugnis widerstehen könne.
Zum Abschluss bezeichnete Bischof Irenei die Königlichen Märtyrer als bleibende Fürsprecher der Kirche. Sie erfüllten bis heute ihre doppelte Berufung als Märtyrer und als wahrhaft königliche Herrscher, die „den Frieden und das Wohl ihres Volkes suchen“. Die Gläubigen rief er dazu auf, ihr Opfer nicht nur dankbar zu erinnern, sondern ihr Leben nach ihrem Vorbild auszurichten. „Möge ihr Leben ein Sinnbild dafür sein, was selbst in dieser Welt erreichbar ist“, sagte der Bischof. Christen sollten sich entschließen, „für Christus neu zu leben, ohne Kompromisse, ohne Zögern, ohne Furcht, sondern voller Entschlossenheit und Gewissheit auf dem Weg, der zum ewigen Leben führt.“
Die UOJ berichtete zuvor, dass Priester Arsenije Jovanović in Rosenheim predigte: „Die größte Krankheit des Menschen ist die Sünde.“