Georgische Kirche wies Bitte der EU um Förderung gleichgeschlechtlicher Ehen zurück
Erzpriester Andria Jaghmaidze erklärte, die EU habe das Patriarchat 2023 gebeten, die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Ehen in Georgien zu fördern; solche Forderungen schürten jedoch anti-europäische Ressentiments.
Der Leiter des Referats für Öffentlichkeitsarbeit des Patriarchats von Georgien, Erzpriester Andria Jagmaidze, erklärte, Vertreter der EU hätten der Georgischen Orthodoxen Kirche vorgeschlagen, zur Popularisierung gleichgeschlechtlicher Ehen im Land beizutragen, meldet UOJ in Georgien.
Nach Angaben des Vertreters der Georgischen Kirche handelt es sich um ein Treffen im Jahr 2023 mit der damaligen Außenministerin Belgiens, der jetzigen EU-Kommissarin für Gleichstellung, Hadja Lahbib.
Jagmaidze behauptet, die europäische Amtsträgerin habe vom „Rückstand“ Georgiens gegenüber den modernen Tendenzen aufgrund der gesellschaftlichen Nichtakzeptanz gleichgeschlechtlicher Ehen gesprochen. Im Zusammenhang damit, so seine Worte, habe sie das Patriarchat, das im Land große Autorität genieße, gebeten, bei dessen Popularisierung zu helfen.
Der Vertreter des Patriarchats kommentierte auch die Resolution des Europaparlaments, in der die Georgische Orthodoxe Kirche erwähnt wird. Er erklärte, er halte dieses Dokument für eine Folge der gescheiterten Politik der europäischen Strukturen gegenüber der Kirche.
Nach Ansicht Jagmaidzes können solche Handlungen die antieuropäischen Stimmungen in der georgischen Gesellschaft verstärken. Er fügte hinzu, dass Vertreter der europäischen Strukturen nach dem Treffen mit der EU-Kommissarin lange Zeit das Patriarchat nicht besucht hätten, doch nach der Wahl des neuen Katholikos-Patriarchen von ganz Georgien, Schio III., seien die Kontakte mit den diplomatischen Vertretungen wiederaufgenommen worden.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass in Münster die erste islamische Fakultät Westeuropas eröffnet worden sei.