Erzpriester Mihail Rahr: Gesellschaft drängt Christus an den Rand
Der Geistliche warnte in Berlin vor einer Lebensweise, die Christus aus dem Alltag ausschließt, und rief zu einem vertrauensvollen Glauben auf
Am Sonntag, dem 5. Juli 2026, predigte Erzpriester Mihail Rahr in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über das Evangelium von der Heilung der Besessenen im Gebiet von Gadara (Mt 8,28–34). Der Erzpriester deutete die biblische Begebenheit als Spiegelbild der Gegenwart und warnte davor, Christus aus dem persönlichen und gesellschaftlichen Leben zu verdrängen. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.
Ausgehend von der Reaktion der Bewohner von Gadara, die Jesus nach der Austreibung der Dämonen baten, ihr Gebiet zu verlassen, zog Erzpriester Mihail Rahr Parallelen zur heutigen Gesellschaft. Diese wolle Christus vielfach nicht offen bekämpfen, signalisiere ihm aber, dass er unerwünscht sei. Als Beispiele nannte er gesellschaftliche Debatten über den Schutz ungeborenen Lebens sowie unterschiedliche Reaktionen auf christenfeindliche und andere religiös motivierte Anfeindungen. Darin sah er Anzeichen einer geistlichen Krise und eines zunehmenden Abstands von christlichen Maßstäben.
Der Prediger betonte, die eigentliche Gefahr sei nicht die im Evangelium geschilderte Besessenheit der beiden Männer, sondern die bewusste Abkehr des Menschen von Christus. Die Taufe befreie zwar von der Macht des Bösen, doch müsse der Mensch sein Leben fortwährend mit der Gnade Gottes erfüllen. Wer Christus nicht an die erste Stelle setze, laufe Gefahr, den Glauben zu verlieren. Beichte, heilige Kommunion und das persönliche Gebet bezeichnete Rahr deshalb als unverzichtbare Grundlagen des christlichen Lebens.
Abschließend rief der Geistliche dazu auf, auch in schwierigen Zeiten uneingeschränkt auf Christus zu vertrauen. Wer Gottes Willen über die eigenen Vorstellungen stelle, gewinne Hoffnung und innere Standfestigkeit selbst in den Stürmen des Lebens. Christen seien berufen, trotz aller Herausforderungen als „Salz der Erde“ zu wirken und ihren Glauben sichtbar zu leben.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Ex-Kulturstaatsministerin Monika Grütters dazu aufrief, nicht mehr Kirchen aufzugeben als nötig.