Gericht verweigerte Rückführung entführter Christin in Pakistan
Hilfsorganisation sieht systematisches Muster von Zwangskonversionen aus religiösen Minderheiten zum Islam
Ein Gericht in Lahore hat die Rückkehr der entführten Christin Neha Faqir zu ihrer Familie abgelehnt. Die Hilfsorganisation Christian Solidarity International (CSI) kritisiert die Entscheidung scharf und spricht von einem wiederkehrenden Muster religiös motivierter Entführungen und Zwangskonversionen in Pakistan. Darüber berichtete das katholische Nachrichtenportal CNA am 17. Juni 2026.
Die 18-jährige Neha Faqir war im März in der Provinz Punjab verschwunden, nachdem ihre Mutter sie zu einem Nähkurs gebracht hatte. Nach Angaben von CSI wurde sie entführt und zur Konversion zum Islam gezwungen. Die Familie, die seit Jahren in Schuldknechtschaft arbeitet, erstattete Anzeige gegen einen lokalen Geistlichen und dessen Umfeld. Zugleich berichtete sie von Drohungen und unzureichenden Ermittlungen durch die Polizei.
Auf gerichtliche Anordnung wurde Neha schließlich in einer staatlichen Einrichtung im Raum Lahore aufgefunden. Bei der Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof von Lahore erschien sie verschleiert und in Begleitung muslimischer Vertreter. Der Richter untersagte jeglichen Kontakt zur Familie im Gerichtssaal und entschied gegen eine Rückführung.
Die Familie prüft nun eine Berufung, steht jedoch laut CSI vor erheblichen finanziellen Hürden. Die Organisation kritisiert insbesondere Verfahrensführung und Schutzmechanismen für Minderheiten. Der Fall sei kein Einzelfall: Jährlich würden Berichten zufolge rund 1.000 Mädchen aus religiösen Minderheiten entführt und häufig zur Konversion gezwungen.
CSI fordert stärkeren internationalen Druck sowie effektiveren Rechtsschutz für Betroffene. Ohne strukturelle Änderungen bleibe die Gefahr bestehen, dass Gerichte und Behörden solche Fälle nicht unabhängig und im Sinne der Opfer entscheiden.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Bulgarien Sanktionen gegen Patriarch Kyrill blockiert.