Orthodoxe Sicht auf die Eucharistie ohne Sensationswunder

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Erzpriester Martinos Petzolt spricht im Video über das orthodoxe Verständnis der Eucharistie und betont die innere geistliche Erfahrung als zentrales „Wunder“. Foto: Screenshot YouTube Erzpriester Martinos Petzolt spricht im Video über das orthodoxe Verständnis der Eucharistie und betont die innere geistliche Erfahrung als zentrales „Wunder“. Foto: Screenshot YouTube

Erzpriester Martinos Petzolt erläutert Verständnis der heiligen Kommunion und grenzt sich von westlichen Traditionen ab

Der Verein „Orthodoxe Einheit“ veröffentlichte am 13. Juni 2026 auf seinem YouTube-Kanal ein neues Video mit dem griechisch-orthodoxen Erzpriester Martinos Petzolt aus Würzburg. Der Geistliche spricht darüber, wie die Orthodoxie die Eucharistie versteht und warum sogenannte Eucharistiewunder dort keine zentrale Rolle spielen.

In dem Beitrag betont Erzpriester Martinos Petzolt, dass die orthodoxe Kirche sich in ungebrochener Kontinuität zur frühen christlichen Tradition sehe. Liturgie und Glaubensverständnis seien über Jahrhunderte hinweg unverändert weitergegeben worden. Diese Treue zur Überlieferung schließe auch eine kritische Selbstprüfung ein, ob man weiterhin auf dem Fundament des Evangeliums und der Kirchenväter stehe.

Im Hinblick auf die Eucharistie unterstreicht der Geistliche, dass Brot und Wein in der orthodoxen Lehre wahrhaft Leib und Blut Christi seien, ohne jedoch ihre äußere Beschaffenheit zu verändern. Anders als in der scholastischen Transsubstantiationslehre werde keine „Substanzverwandlung“ im philosophischen Sinne angenommen. Vielmehr spreche die Orthodoxie von einer realen Gegenwart Christi, die sich bildhaft und mystisch vollziehe.

Sogenannte Eucharistiewunder, wie sie insbesondere in der katholischen Tradition berichtet werden, betrachtet der Geistliche kritisch. Deren historische und wissenschaftliche Grundlage sei oft unklar. Zudem widersprächen sichtbare „Wunder zum Anschauen“ dem eigentlichen Sinn des Sakraments. Die Eucharistie sei nicht zur Verehrung als Objekt bestimmt, sondern zum Empfang durch Essen und Trinken, wodurch die Gläubigen Christus in sich aufnehmen.

Das eigentliche Wunder bestehe daher nicht in äußeren Phänomenen, sondern in der inneren Erfahrung: der Vereinigung mit Christus, der geistlichen Erneuerung und der spürbaren Gegenwart Gottes im Gläubigen. Weitere spektakuläre Zeichen seien aus orthodoxer Sicht weder notwendig noch theologisch sinnvoll.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg über die Berufung der ersten Jünger und geistliche Voraussetzungen des Glaubens predigte.

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