Kanada: Tausende nahmen am Marsch für das Leben gegen Abtreibung und Sterbehilfe teil
Tausende Einwohner Ottawas gingen auf die Straße, um einen gesetzlichen Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu fordern.
Am 14. Mai 2026 fand in der kanadischen Hauptstadt ein landesweiter Marsch für das Leben statt, an dem nach Schätzungen der Organisatoren Tausende von Teilnehmern unterschiedlichen Alters, verschiedener Berufe und ethnischer Gruppen teilnahmen, berichtet EWTN News. Die Veranstaltung fand anlässlich des Jahrestags der Verabschiedung des Gesetzes im Mai 1969 statt, das Abtreibungen im Land entkriminalisierte.
Die Veranstaltung begann mit Gottesdiensten in der Kathedrale Notre-Dame und der St.-Patrick-Basilika. Die Liturgien wurden von Erzbischof Marcel Damfus, dem päpstlichen Nuntius Ivan Jurkovič und dem ukrainisch-katholischen Bischof Brian Baida in Konzelebration mit mehreren Dutzend Priestern geleitet. Laut der Organisatorin Debbie Duval findet der Marsch traditionell an einem Donnerstag statt, wenn die Abgeordneten im Unterhaus tagen, damit „sie uns hören und wissen, dass wir hier sind“.
Matthew Wojciechowski, Projektmanager der Campaign Life Coalition, forderte die Abgeordneten auf, Rechtsschutz für alle einzuführen, auch für die Ungeborenen. „Wir sind hier, um das Parlament an einfache Worte zu erinnern: ‚Du sollst nicht töten‘“, betonte der Aktivist.
Eine der beeindruckendsten Rednerinnen des Forums war die US-amerikanische Menschenrechtsaktivistin Rebecca Kissling, die infolge einer Vergewaltigung gezeugt wurde. Sie erklärte, dass sie im Mutterleib nur dank der damals geltenden Gesetze überlebt habe, und betonte: „Ich habe die Todesstrafe für das Verbrechen des Mannes, der meine Mutter vergewaltigt hat, nicht verdient. Das Gesetz hat Bedeutung.“
Auch in Victoria (British Columbia) fand ein Marsch mit mehreren hundert Teilnehmern statt, bei dem Erzbischof Richard Smith die Teilnehmer unterstützte. Er merkte an, dass solche Aktionen ein Zeugnis für die Schönheit jedes Lebens seien und der zerstörerischen Kraft von Abtreibungen sowie der sich ausbreitenden Praxis der Euthanasie in Kanada entgegenwirken würden.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass orthodoxe Christen in Deutschland an einem Marsch für das Leben in München teilgenommen hatten.