Metropolit Isaak verurteilte pogromartige Angriffe auf Christen in Syrien
Antiochenisch-orthodoxe Metropolie wendet sich vor Berlin-Besuch des syrischen Machthabers an den Bundeskanzler
Nach den Übergriffen auf die mehrheitlich christliche Stadt Suqailabiyya in Syrien hat der antiochenisch-orthodoxe Metropolit Isaak (Barakat) auf der Facebook-Seite der Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin verurteilt er die Angriffe scharf und fordert die deutsche Bundesregierung zu politischem Einsatz für den Schutz der Christen in Syrien auf.
Der antiochenisch-orthodoxe Metropolit Isaak zeigte sich in einer am 28. März 2026 veröffentlichten Stellungnahme tief erschüttert über die Angriffe auf die christliche Stadt Suqailabiyya bei Hama. Bewaffnete hätten Menschen eingeschüchtert, Eigentum zerstört und sogar ein Heiligtum der Jungfrau Maria beschossen. Solche Taten träfen nicht nur Christen, sondern alle Menschen, die an ein friedliches Zusammenleben glaubten. Die anschließenden Proteste bis nach Damaskus zeigten die große Empörung über die Ereignisse.
Zugleich betonte der Metropolit, die Angriffe seien kein Einzelfall, sondern Teil einer Realität, in der Angst, Unsicherheit und Gewalt für viele Christen in Syrien zum Alltag geworden seien. Das Patriarchat von Antiochien habe deshalb gefordert, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, die Wahrheit aufzuklären und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Angriffe zu verhindern und den Betroffenen Gerechtigkeit zu verschaffen.
Im Vorfeld des Treffens zwischen dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und dem Islamisten und derzeitigen Übergangspräsidenten von Syrien, Ahmed al-Scharaa, wandte sich die Metropolie mit einem eindringlichen Anliegen an die Bundesregierung. Die Lage der Christen in Syrien müsse bei den politischen Gesprächen klar angesprochen werden. Es brauche Antworten auf die Frage, wie christliche Gemeinden geschützt werden sollen und welche Perspektive den Menschen gegeben werden könne, die trotz Gewalt und Unsicherheit in ihrer Heimat bleiben wollten.
Die Stellungnahme steht im unmittelbaren Zusammenhang mit den pogromartigen Übergriffen auf Suqailabiyya in der Nacht vom 27. auf den 28. März sowie mit dem Besuch des syrischen Machthabers in Berlin. Kirchenvertreter und christliche Organisationen fordern in diesem Zusammenhang, dass die Sicherheit religiöser Minderheiten zu einem zentralen Thema der politischen Gespräche wird.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der orthodoxe Verlag Hagia Sophia die Veröffentlichung eines neuen Buches von Erzpriester Alexander Schmemann ankündigte.