Protestaufruf am Gedenkort Buchenwald sorgt für Kritik
Politische Aktion zum Jahrestag der Befreiung löst Debatte über Erinnerungskultur und Antisemitismus aus.
Am 11. April jährt sich die Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, ein Datum, das in diesem Jahr von mehreren linksradikalen Gruppen für eine Demonstration am Gedenkort genutzt werden soll. Die Organisatoren kritisieren die Leitung der Gedenkstätte scharf. Sie werfen ihr eine einseitige Positionierung im Nahostkonflikt sowie ein repressives Vorgehen gegenüber propalästinensischen Aktivisten vor. Darüber berichtete Bild.
Auslöser ist ein Vorfall aus dem Vorjahr, bei dem einer Besucherin der Zutritt zu einer politischen Aktion auf dem Gelände verweigert wurde, weil sie ein palästinensisches Symbol trug. Ein Gericht bestätigte daraufhin die Entscheidung der Gedenkstättenleitung. Die für April geplante Versammlung steht unter einem politischen Motto und wird Redebeiträge mehrerer beteiligter Gruppen umfassen.
Der geplante Protest ruft scharfe Ablehnung aus der Politik hervor. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung äußerte die Befürchtung, dass der historische Ort für politische Zwecke missbraucht werde und warnte vor einer verharmlosenden Umdeutung der Geschichte. Die Auseinandersetzung zeigt, wie sehr Gedenkstätten zunehmend in den Sog gegenwärtiger politischer Konflikte geraten und welche Herausforderungen sich daraus für den Umgang mit dem historischen Erbe ergeben.
Zuvor hat die UOJ berichtet, dass ein Anschlag auf Kirche in Damaskus zahlreiche Todesopfer forderte.