Priester Konstantin Anikin: „Freiheit wird oft missbraucht“

11. Februar, 08:00 Uhr
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Priester Konstantin Anikin während seiner Predigt in Berlin. Priester Konstantin Anikin während seiner Predigt in Berlin.

Der Geistliche deutete das Gleichnis vom verlorenen Sohn als Weg der Verantwortung und Rückkehr zu Gott

Am Sonntag, dem 8. Februar 2026, predigte Priester Konstantin Anikin in der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Isidor zu Berlin über das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Er betonte, dass die dem Menschen geschenkte Freiheit Verantwortung verlange und jeder Weg letztlich zur Umkehr und zur Rückkehr zum himmlischen Vater führen solle. Die Gemeinde veröffentlichte die Predigt auf ihrem YouTube-Kanal.

Im Mittelpunkt der Predigt stand die Deutung des Evangeliums vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) als „Gleichnis vom Vater, der vergibt“. Priester Konstantin Anikin stellte die Rückkehr als zentrales Motiv der Menschheitsgeschichte dar und warnte davor, dass Freiheit – besonders in jungen Jahren – leicht missbraucht werden könne. Der Weg des verlorenen Sohnes stehe beispielhaft für die Entfremdung des Menschen von Gott, aber ebenso für die Möglichkeit der Umkehr.

Der Geistliche richtete sich besonders an junge Gläubige. Freiheit bedeute nicht nur Selbstverwirklichung, sondern auch Gehorsam und geistliche Reifung. Anhand eigener Erfahrungen aus dem Priesterseminar und dem monastischen Leben schilderte er, dass äußere Ideale oft die inneren Anforderungen des geistlichen Dienstes verdecken. Wahre Nachfolge verlange Demut, Geduld und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen.

Zugleich hob der Geistliche hervor, dass Gott dem Menschen stets entgegengehe, sobald dieser den ersten Schritt der Reue wage. Die göttliche Liturgie sei Ausdruck der Freude über die Heimkehr des Sünders. Auch die Figur des älteren Bruders deutete er als Warnung vor Neid und geistlicher Selbstgerechtigkeit innerhalb der Kirche.

Mit Blick auf die bevorstehende Große Fastenzeit rief der Priester dazu auf, das Gleichnis als Spiegel des eigenen Lebens zu betrachten. Beichte, Selbsterkenntnis und Gebet seien Wege, um verlorene Nähe zu Gott wiederzufinden und geistlich zu wachsen.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in Limburg über weltliche Ersatzbefriedigungen und die offene Tür Gottes predigte.

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