Litauische Kirche weist Vorwürfe einer Sicherheitsbedrohung zurück
Die Kirchenkanzlei widerspricht einer Studie von Libertas Fidei und warnt vor der Diskriminierung orthodoxer Gläubiger.
Die Kanzlei der Orthodoxen Kirche in Litauen hat am 14. Oktober 2026 die in einer Studie der Organisation Libertas Fidei erhobenen Vorwürfe einer Bedrohung der Staatssicherheit zurückgewiesen. Darüber berichtete die Zeitung „Obzor“.
Die Kirche erklärte, solche Schlussfolgerungen seien nicht durch Fakten belegt. Die meisten ihrer Geistlichen und Gemeindemitglieder seien litauische Staatsbürger. Nach Ansicht der Kanzlei fördert die Darstellung orthodoxer Gläubiger als „fünfte Kolonne“ die Diskriminierung einer ganzen Religionsgemeinschaft. Die Verfasser der Erklärung riefen zum Dialog auf und warnten davor, den ukrainischen Religionskonflikt nach Litauen zu übertragen.
Die Kanzlei betonte, die kanonische Zugehörigkeit zum Moskauer Patriarchat hindere die Gläubigen nicht daran, gesetzestreue Bürger und Patrioten Litauens zu sein. Die liturgische Erwähnung des Patriarchen sei Teil des Gottesdienstes. In den Gemeinden bete man gemeinsam mit ukrainischen Flüchtlingen für ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine. Viele dieser Flüchtlinge hätten sich den örtlichen Gemeinden angeschlossen.
Weiter heißt es in der Erklärung, die Zusammenarbeit der Kirche mit Bildungs- und gesellschaftlichen Einrichtungen erfolge im Rahmen des litauischen Rechts. Die Kirche gründe und finanziere keine Bildungseinrichtungen und greife nicht in deren Lehrprogramme ein. Die Kanzlei forderte dazu auf, das kirchliche Wirken anhand verlässlicher Belege zu beurteilen und kirchliche sowie kanonische Streitfragen nicht zum Instrument politischer Auseinandersetzungen zu machen.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass sich in Vilnius mehr als 1.000 Menschen an einem Marsch für das Leben beteiligt hatten.
