Metropolit Arsenios nennt in Wien die Umweltkrise eine geistliche Krise
Bei der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich forderte der Metropolit ein neues Verständnis vom Verhältnis zwischen Mensch und Natur.
Der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) von Austria, ein Hierarch des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel, hat die ökologische Krise als eine geistliche Herausforderung bezeichnet. Bei der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich am 8. Oktober 2026 in Wien warb er für einen veränderten Umgang mit der Schöpfung, berichtet Orthodox Times.
Die Versammlung fand in den Räumen der Neuapostolischen Kirche in Wien-Penzing statt. Den Vorsitz führte der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan. Thema waren Klimaschutz und die Zusammenarbeit der Kirchen.
Arsenios kritisierte ein Naturverständnis, das vor allem auf Nutzung und Kontrolle ausgerichtet sei. Technische und praktische Maßnahmen genügten nach seinen Worten nicht: Der Mensch müsse auch seine eigene Stellung innerhalb der Schöpfung überdenken.
Unter Bezugnahme auf die Charta Oecumenica betonte er die Verantwortung der Christen für die Natur. Glaube bedeute keinen Rückzug aus der Welt, sondern schließe die Sorge für sie ein. Das ökumenische Dokument wurde 2001 verabschiedet und 2025 überarbeitet.
Die Metropolis von Austria nennt als Titel seiner Ansprache „Die Welt als Gabe: Von der Aneignung zur eucharistischen Schau der Schöpfung“.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Metropolit Arsenios bei der Kirchweihe im Kloster Sankt Andrä am Zicksee zum Gebet für jene aufgerufen hatte, die nicht mehr wissen, wie man betet.
