In Wien protestierten Hunderte Menschen gegen das Kopftuchverbot
Mehrere Hundert Menschen haben gegen das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren protestiert. Integrationsministerin Claudia Bauer kritisierte die Demonstrationen.
Am 9. Oktober 2026 haben in Wien und weiteren österreichischen Städten Hunderte Menschen gegen das Kopftuchverbot an Schulen demonstriert. An den Protesten beteiligten sich vor allem Jugendliche und Schüler, von denen viele selbst nicht von der Regelung betroffen waren. Seit Beginn des Schuljahres dürfen Mädchen unter 14 Jahren in der Schule kein Kopftuch mehr tragen. Darüber berichtete die österreichische Zeitung Der Standard.
Organisiert wurden die Proteste von mehreren linken Jugendorganisationen, darunter die Sozialistische Jugend sowie kommunistische Gruppen. Auch die Organisation Young Struggle, die wegen antisemitischer Äußerungen und ihrer Haltung zur Hamas in der Kritik steht, war an den Demonstrationen beteiligt. Mehrere Schulen hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Teilnahme an den Protesten während der Unterrichtszeit als unentschuldigtes Fehlen gewertet werde.
Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) äußerte deutliche Kritik an den Demonstrationen. Sie bezeichnete es als „höchst bedenklich“, dass Vereine Mädchen dazu drängten, gegen ihre eigene Freiheit zu protestieren. Die Regierung begründet das Kopftuchverbot mit dem Schutz minderjähriger Mädchen vor religiösem und gesellschaftlichem Druck. Seit Inkrafttreten der Regelung wurden bereits 87 Anzeigen wegen Verstößen registriert. Gegen das Gesetz wurden zudem zwei Anträge beim Verfassungsgerichtshof eingereicht. Eine Entscheidung wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass Metropolit Nikolaj und Bischof Hiob ein Patronatsfest in New York gefeiert hatten.
