Christen im Südlibanon stehen zwischen Israel und der Hisbollah

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Pfarrer Peter Fuchs von Christian Solidarity International (CSI) warnt vor der Zerstörung christlicher Dörfer im Südlibanon und einer Gefährdung der dortigen christlichen Bevölkerung. Foto: privat/CNA Pfarrer Peter Fuchs von Christian Solidarity International (CSI) warnt vor der Zerstörung christlicher Dörfer im Südlibanon und einer Gefährdung der dortigen christlichen Bevölkerung. Foto: privat/CNA

Hilfswerk CSI warnt vor Zerstörung christlicher Grenzdörfer und einer dauerhaft gefährdeten Rückkehr.

Die christliche Bevölkerung im Südlibanon gerät nach Einschätzung von Christian Solidarity International (CSI) zwischen die Fronten der israelischen Armee und der Hisbollah. Pfarrer Peter Fuchs von CSI warnt in einem Interview mit dem katholischen Nachrichtenportal CNA vom 14. August 2026 vor der Zerstörung von Häusern, Olivenhainen und Obstgärten und fordert von der Bundesregierung, die Lage christlicher Minderheiten stärker in ihrer Nahostpolitik zu berücksichtigen.

Nach Angaben von Pfarrer Peter Fuchs leben derzeit rund 11.000 Christen in den Dörfern Ain Ebel, Debel und Rmeich. Darin eingeschlossen sind auch Menschen aus Aitaroun und Al-Qaouzah, die derzeit in Rmeich untergebracht sind. Viele Familien seien im vergangenen Monat in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Die Caritas bereite zudem einen Konvoi vor, um die Rückkehr von rund 80 Menschen zu ermöglichen. Gleichzeitig erschwert die massive Zerstörung die Rückkehr: Die Straßen seien teilweise so beschädigt, dass die rund 40 Kilometer-Fahrt von Tyros in das Grenzgebiet acht bis zehn Stunden dauern könnte. Viele Menschen hätten durch den Verlust ihrer landwirtschaftlichen Flächen zudem ihre wichtigste Einkommensquelle verloren.

CSI berichtet von Hinweisen auf den Einsatz von Weißphosphor-Munition gegen die christlichen Grenzdörfer. Dadurch seien neben Wohnhäusern auch Obstgärten und Olivenhaine zerstört worden. Der Pfarrer bezeichnet dies als eine „Politik der verbrannten Erde“ und sieht die langfristige Existenz der christlichen Bevölkerung bedroht. Die Nothilfe von CSI für Ain Ebel, Rmeich und Debel werde unter anderem durch Schwester Maya, die Leiterin der katholischen Schule in Ain Ebel, koordiniert. Sie ermittle besonders gefährdete Familien und organisiere die Verteilung der Hilfsgüter.

Auch die Präsenz der Hisbollah stelle die christlichen Gemeinden vor große Herausforderungen. Fuchs bezeichnete die Forderung des maronitischen Vizepfarrers von Rmeich nach einer Entwaffnung der Hisbollah als mutig. Die Organisation sei nicht nur eine Miliz, sondern zugleich politische Partei und soziales Netzwerk und habe im Süden des Libanon erheblichen Einfluss. Nach Einschätzung von Fuchs werden die Christen durch die Auseinandersetzungen auf beiden Seiten „zu Kollateralschäden“ reduziert. Ihre Vertreibung und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen würden zumindest bewusst in Kauf genommen.

Mit Blick auf die Gewalt gegen Christen im Westjordanland forderte der Geistliche zudem eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Übergriffen durch israelische Siedler. Die Vereinten Nationen hätten von einem „Klima der Straffreiheit“ gesprochen. Zugleich warnte er vor einer möglichen stärkeren Rolle Syriens im Libanon. Unter Präsident Ahmed al-Scharaa könne sich die Situation der Christen weiter verschärfen. Eine mögliche militärische Konfrontation Syriens mit der Hisbollah berge daher zusätzliche Risiken für die christliche Bevölkerung.

Die UOJ berichtete zuvor, dass die russisch-orthodoxe Gemeinde in Mainz mit Priester Matthias Fröse ihr 35-jähriges Jubiläum feierte.

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