Priester Maxim Judakow: Das Kreuz wird zum Weg der Auferstehung
Erzbischof Tichon von Rusa feierte in Berlin das Fest der Kreuzerhöhung – Predigt über Selbstverleugnung, Vergebung und christliche Hoffnung.
Zum Fest der Erhöhung des Heiligen und Lebenspendenden Kreuzes des Herrn am 27. September 2026 zelebrierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese von Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie in der Auferstehungskathedrale in Berlin, wie die Diözese berichtete.
In seiner Predigt erklärte Priester Maxim Judakow, das Kreuz sei im christlichen Verständnis nicht einfach ein Sinnbild für Krankheit, familiäre Schwierigkeiten oder andere Belastungen. Zum Kreuz werde das Leid dort, wo der Mensch trotz Prüfungen an Christus und der Liebe festhalte. Die Worte Christi „Nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ bedeuteten daher, Leiden nicht nur auszuhalten, sondern es im Glauben an Christus zu tragen.
Besonders hob der Geistliche die Aufforderung zur Selbstverleugnung hervor. Diese bedeute nicht Selbsthass, sondern den Verzicht darauf, sich selbst zum Mittelpunkt der Welt zu machen. Vergebung statt Vergeltung, Barmherzigkeit statt Verurteilung, Treue trotz persönlicher Opfer und das Eingestehen eigener Fehler seien konkrete Formen, in denen Christen ihr tägliches Kreuz tragen könnten.
Das Kreuz verweise zugleich auf die Auferstehung, betonte Priester Maxim Judakow. Christus habe am Kreuz das Leiden durch die Liebe überwunden; deshalb seien Liebe, Treue, Vergebung und Leben stärker als Hass, Verrat, Rache und Tod. Die Gläubigen sollten Gott daher nicht nur um Befreiung von ihren Schwierigkeiten bitten, sondern auch um die Kraft, das eigene Kreuz mit Christus zu tragen, ohne Glauben, Hoffnung und die Fähigkeit zu lieben zu verlieren. Nach der Liturgie verehrten die Geistlichen gemeinsam mit dem Bischof das Kreuz.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der Chor „Branko“ aus Serbien zum Patronatsfest der serbisch-orthodoxen Gemeinde in Köln sang.
