„Jedes menschliche Herz ist fähig, die Frohe Botschaft anzunehmen“
Priester Konstantin Schmidt predigte beim Bischofsbesuch in Konstanz über Sprache, Einheit und christliche Identität
Zum siebten Sonntag nach Ostern (24. Mai 2026) feierte Erzbischof Tichon von Rusa, Administrator der Diözese Berlin und Deutschland der Russischen Orthodoxen Kirche, die Göttliche Liturgie in der Kirche St. Prokopius von Ustjug in Konstanz am Bodensee. Pfarrer Konstantin Schmidt predigte dabei über die Bedeutung der heiligen Kyrill und Methodius für die Gegenwart, wie die Diözese auf ihrer Webseite berichtete.
In seiner Ansprache stellte Pfarrer Konstantin Schmidt die beiden Slawenapostel als Vorbilder einer Kirche dar, die Menschen in ihrer eigenen Sprache erreicht. „Jedes menschliche Herz ist fähig, die Frohe Botschaft anzunehmen“, betonte er und hob hervor, dass das Evangelium nicht an eine bestimmte Kultur oder Sprache gebunden sei. Gerade für Gläubige in der Diaspora sei dies eine Ermutigung, den Glauben in der eigenen sprachlichen und kulturellen Identität zu leben.
Zugleich erinnerte die Predigt an das Leiden des heiligen Methodius, der wegen der Verwendung der slawischen Sprache verfolgt und auf der Insel Reichenau inhaftiert wurde. Dieses historische Beispiel mache deutlich, dass kirchliche Einheit nicht durch Uniformität entstehe, sondern durch Treue zum Evangelium und Respekt vor den Völkern. Trotz Widerstands habe Methodius seine Sendung ohne Bitterkeit fortgesetzt – ein Zeichen christlicher Standhaftigkeit.
Mit Blick auf die Gegenwart warnte der Geistliche vor neuen Spaltungen in Europa. Die heiligen Kyrill und Methodius stünden für eine verbindende Kraft des Christentums, das Kulturen nicht trenne, sondern verwandle und vereine. Christen seien daher aufgerufen, ihren Glauben ohne Abgrenzung zu leben und inmitten unterschiedlicher Traditionen Zeugnis der Liebe Christi zu geben.
Die UOJ berichtete zuvor, ass Behörden in Tschechien Metropolit Hilarion festnahmen.