ROKA-Konferenz widmete sich der Geschichte der Diözese im 20. Jahrhundert

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Im Schloss Blutenburg in München setzte sich am Donnerstag die Jubiläumskonferenz der ROKA fort. Foto: UOJ Im Schloss Blutenburg in München setzte sich am Donnerstag die Jubiläumskonferenz der ROKA fort. Foto: UOJ

Zweiter Tag des wissenschaftlichen Forums zum 100-jährigen Bestehen der Deutschen Diözese der ROKA

Am 7. Mai 2026 fand in München der zweite Tag der internationalen wissenschaftlichen Konferenz „Erbe und Berufung“ statt, die dem 100-jährigen Bestehen der Deutschen Diözese der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA) gewidmet ist, berichtet ein UOJ-Korrespondent.

Die Arbeit der Konferenz begann mit einem Block, der den Beginn der eigenständigen Geschichte der Deutschen Diözese beleuchtete. Protodiakon Dr. Andrei Psarev vom Holy Trinity Orthodox Seminary in Jordanville sprach über die Notwendigkeit einer ehrlichen Aufarbeitung der Kirchengeschichte und über die Sprache des wissenschaftlichen Gesprächs.

Dr. Scott Kenworthy von der Miami University behandelte die Beziehungen zwischen Patriarch Tichon und der Kirche im Ausland sowie die Entstehung des deutschen Vikariats in den Jahren 1920 bis 1926. Professor Andrei Kostrjukow von der Orthodoxen St.-Tichon-Universität für Geisteswissenschaften in Moskau hielt einen Vortrag über die Gründung der Deutschen Diözese der ROKA im Kontext der Beziehungen zwischen der Bischofssynode und Metropolit Eulogius Georgijewski.

Ein wesentlicher Teil des zweiten Konferenztages war der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs gewidmet. Professor Andrei Iwanow aus Sankt Petersburg sprach über den Obersten Monarchistischen Rat und die Russische Orthodoxe Kirche in Deutschland in den 1920er-Jahren. Dr. Dirk Schuster aus Wien hielt einen Vortrag über staatliche Einschätzungen zur Deutschen Diözese der Russischen Kirche im Ausland in der Zeit des Dritten Reiches.

Vater Nikolai Artjomow aus München würdigte den Märtyrer Alexander Schmorell und die Organisation „Weiße Rose“ und betrachtete dessen Glaubenszeugnis im Kontext des deutschen Konformismus jener Zeit.

Außerdem erörterten die Konferenzteilnehmer die Geschichte der Wiener Beratung von 1943 und die Herausbildung der Position der ROKA zur Frage der Legitimität der kirchlichen Autorität in der UdSSR. Diesem Thema war der Vortrag von Andrei Zolotov aus Wien gewidmet. Dr. Iwan Petrow aus Sankt Petersburg sprach über die Repatriierung und den Widerstand dagegen seitens der Deutschen Diözese.

Im abschließenden Teil des Tages ging es um die Nachkriegsjahre und die Zeit des Kalten Krieges. Professor Alexander Slessarew aus Minsk sprach über den belarussischen und ukrainischen Episkopat innerhalb der Deutschen Diözese der ROKA. Professor Alexander Kornilow aus Nischni Nowgorod hielt einen Vortrag über die Tätigkeit des Klerus der Deutschen Diözese in den Jahren 1945 bis 1951.

Protodiakon Warfolomej Basanow aus München berichtete über Nachkriegsgemeinden, Persönlichkeiten und Geschichten und widmete dem russisch-orthodoxen Gemeindeleben in München als Raum des Glaubens, der Erinnerung und des gemeinschaftlichen Lebens besondere Aufmerksamkeit.

Die Konferenz findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Deutschen Diözese der ROKA statt. An ihr nehmen Bischöfe, Geistliche, Historiker, Theologen und Forscher zur Geschichte der Russischen Kirche im Ausland teil.



Die UOJ berichtete zuvor, dass die Jubiläumskonferenz der ROKA in München feierlich eröffnet wurde.

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