„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“

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Priester Matthias Fröse erläutert, wie ein veränderter Blick auf den Mitmenschen zu innerer Freiheit und geistlichem Wachstum führt. Priester Matthias Fröse erläutert, wie ein veränderter Blick auf den Mitmenschen zu innerer Freiheit und geistlichem Wachstum führt.

Priester Matthias Fröse spricht über den inneren Kampf gegen das Urteilen und den Weg zur Barmherzigkeit

In seinem 19. thematischen Videobeitrag außerhalb der Predigten spricht Priester Matthias Fröse von der russisch-orthodoxen Gemeinde des Heiligen Christophorus Mainz in der Außenstelle Meisenheim über die Bedeutung der Barmherzigkeit als zentrales Element des christlichen Lebens und den geistlichen Kampf gegen vorschnelles Urteilen. Die Gemeinde veröffentlichte den Beitrag am 17. März 2026 auf ihrem YouTube-Kanal.

Im Mittelpunkt des Beitrags steht die Barmherzigkeit als Wesensmerkmal Gottes und als Ziel des christlichen Lebens. Priester Matthias Fröse betont, dass Christus im Evangelium nicht nur moralische Gebote vermittelt, sondern die Gläubigen dazu aufruft, Gott ähnlich zu werden. Diese Ähnlichkeit zeige sich besonders in der Fähigkeit zur Barmherzigkeit, die über reines Regelbefolgen hinausgehe und das Herz des Menschen betreffe.

Zugleich beschreibt der Priester den inneren Konflikt vieler Menschen: Es sei leichter zu urteilen als mitfühlend zu handeln. Die Kirchenväter warnten eindringlich vor dieser Haltung, da sie den Menschen von Gott entferne. Barmherzigkeit bedeute jedoch nicht, das Böse zu relativieren, sondern klar zwischen Sünde und Sünder zu unterscheiden – ein Prinzip, das Christus selbst vorgelebt habe.

Der Geistliche unterstreicht zudem, dass Barmherzigkeit eng mit Selbsterkenntnis verbunden sei. Wer die eigene Schwäche erkenne und Gottes Vergebung erfahre, entwickle ein weicheres Herz und verliere den Drang, andere zu verurteilen. Dieser Prozess vollziehe sich schrittweise im geistlichen Leben, etwa durch Gebet, Fasten und Beichte.

Abschließend beschreibt er die Große Fastenzeit als besondere „Schule der Barmherzigkeit“. Neben dem Verzicht auf Nahrung gehe es vor allem um den Verzicht auf vorschnelle Urteile. Barmherzigkeit eröffne einen neuen Blick auf die Welt – nicht als Ort der Verurteilung, sondern als Raum der Heilung. In diesem Wandel beginne bereits das Reich Gottes im Inneren des Menschen.



Die UOJ berichtete zuvor, dass Patriarch Ilia von Georgien am Dienstag im Herrn entschlief.

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