Patriarch Porfirije warnte vor Vertreibung der Serben aus Kosovo und Metochien
Brief an internationale Staats- und Kirchenführer kritisierte kosovarisches Ausländergesetz
Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije hat sich in einem Schreiben an führende internationale Politiker und Kirchenvertreter gewandt und vor den Folgen eines neuen kosovarischen Ausländergesetzes für die serbisch-orthodoxe Bevölkerung in Kosovo und Metochien gewarnt. In dem am 13. März veröffentlichten Brief appelliert das Oberhaupt der Serbisch-Orthodoxen Kirche an Papst Leo XIV., Russlands Präsident Wladimir Putin, den US-Präsidenten Donald Trump, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron sowie weitere Staats- und Regierungschefs, ihren Einfluss geltend zu machen, um die Umsetzung des Gesetzes zu stoppen.
Adressaten des Schreibens sind außerdem Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, der britische Premierminister Cyrus Strummer, Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz, der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres sowie der Generaldirektor der UNESCO, Khaled El Enany. Porfirije bezeichnet das Gesetz als „äußerst diskriminierend“ und fordert die internationale Gemeinschaft auf, auf die Behörden in Pristina einzuwirken.
Hintergrund ist ein kosovarisches Gesetz über Ausländer, das auch Personen betrifft, die zwar in serbischen Institutionen im Norden des Kosovo arbeiten, aber formal nicht im kosovarischen Staatsdienst stehen. Kritiker befürchten, dass Lehrkräfte, medizinisches Personal und andere Beschäftigte, die aus Zentralserbien stammen oder nach serbischem Recht angestellt sind, künftig als „Ausländer“ gelten könnten. Dadurch könnten Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen entzogen werden, was besonders Einrichtungen des serbischen Bildungs- und Gesundheitssystems im Kosovo treffen würde.
Nach Darstellung des Patriarchen wären insbesondere die Universität in Kosovska Mitrovica, serbische Grund- und weiterführende Schulen sowie das Gesundheitswesen betroffen, das viele Serben in der Region versorgt. Ein Verlust dieser Strukturen würde nach seiner Einschätzung nicht nur Bildung und medizinische Versorgung gefährden, sondern auch eine weitere Abwanderung der serbischen Bevölkerung aus der Region auslösen.
Patriarch Porfirije erinnerte zudem an die große Zahl orthodoxer Heiligtümer im Kosovo und in Metochien. Rund 1.300 Kirchen, Klöster und andere christliche Stätten befänden sich dort, darunter vier Anlagen auf der UNESCO-Liste des gefährdeten Welterbes. Zugleich betonte der Patriarch, die Serbisch-Orthodoxe Kirche setze weiterhin auf eine friedliche Lösung und hoffe auf eine Kompromissfindung im Dialog.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Serbien eine Rekordsumme für das Athos-Kloster Hilandar bereitstellte.