„Das digitale Rauschen unserer Zeit entfernt den Menschen von der Stille Gottes“

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Nach den Worten von Bischof Johannes führt die digitale Dauerpräsenz sozialer Netzwerke viele Menschen in eine „horizontale“ Welt der Ablenkung – während das Gebet den Menschen wieder auf die „vertikale“ Beziehung zu Gott ausrichtet. Nach den Worten von Bischof Johannes führt die digitale Dauerpräsenz sozialer Netzwerke viele Menschen in eine „horizontale“ Welt der Ablenkung – während das Gebet den Menschen wieder auf die „vertikale“ Beziehung zu Gott ausrichtet.

Bischof Johannes von Branitsa, erster Vikar des Metropoliten von Sofia, warnte vor den geistlichen Folgen der digitalen Welt und rief zur Rückkehr zu Gebet und innerer Sammlung auf

Der bulgarisch-orthodoxe Bischof Johannes von Branitsa hat die geistlichen Herausforderungen der Gegenwart hervorgehoben. In einem am 6. März 2026 auf der Webseite des Patriarchats veröffentlichten Interview zum zweiten Sonntag der Großen Fastenzeit beschreibt der erste Vikar des Metropoliten von Sofia besonders die digitale Welt als Hindernis für das Gebetsleben vieler Menschen.

Bischof Johannes von Branitsa sieht eine zentrale Herausforderung des heutigen geistlichen Lebens in der allgegenwärtigen digitalen Kommunikation. Durch soziale Netzwerke und virtuelle Räume lebten viele Menschen zunehmend in einer „Parallelwelt“, in der die Grenzen zwischen Online- und realem Leben verschwimmen. Diese Entwicklung raube Zeit und Aufmerksamkeit für das Gebet und die persönliche Begegnung mit Gott.

Das Gebet beschrieb der Bischof als eine „vertikale Verbindung“ zwischen Mensch und Himmel, während die digitale Welt vor allem eine „horizontale Verbindung“ zwischen Menschen darstelle. Beide Bewegungen stünden gewissermaßen quer zueinander. Wer ständig im digitalen Strom von Informationen gefangen sei, finde immer schwerer zur inneren Stille, die für das geistliche Leben notwendig sei.

Als geistliche Antwort empfiehlt der Geistliche die Rückkehr zu klassischen Formen orthodoxer Frömmigkeit. Besonders das Jesusgebet – „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner“ – könne helfen, das Herz von leidenschaftlichen Gewohnheiten zu reinigen und den Menschen innerlich zu sammeln. Auch das Lesen der Heiligen Schrift und der Kirchenväter sowie die Teilnahme an den Sakramenten der Kirche seien wichtige Wege zur geistlichen Erneuerung.

Der Bischof betonte zugleich, dass diese Praxis nicht nur für Mönche bestimmt sei. Auch Christen im Alltag seien aufgerufen, durch Gebet und geistliche Disziplin ihr Herz auf Gott auszurichten. Ziel des christlichen Lebens sei nach orthodoxem Verständnis die Vereinigung mit Gott – ein Weg, der allen Menschen offenstehe.

Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Matthias Zierenberg in seiner Predigt Konsumkultur, Selbstverwirklichungsdenken und die Leugnung der Sünde als Ursachen der Glaubenskrise beschrieb.

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