Erzpriester Predrag Šćepanović: „Gebet für Verstorbene ist heilige Pflicht“
Zum orthodoxen Totengedenken am 14. Februar erläuterte der Geistliche die Bedeutung von Liturgie, Kolivo und Gebet für die Entschlafenen
Anlässlich des orthodoxen Totengedenkens am 14. Februar hat der serbisch-orthodoxe Erzpriester Predrag Šćepanović von der Metropolie von Montenegro und der Küstenregion die Gläubigen zur Teilnahme an der Heiligen Liturgie und zum Gebet für die Verstorbenen aufgerufen. In einem Interview mit Radio Svetigora erklärte der hierarchische Vikar von Podgorica-Danilovgrad die spirituelle Bedeutung der Gottesdienste und Bräuche dieses Tages, wie die Metropolie auf ihrer Webseite berichtete.
Am Allerseelentag werde die Göttliche Liturgie gefeiert, anschließend segneten die Priester das Kolivo – gekochten Weizen – als Symbol der Auferstehung. Die Gläubigen seien eingeladen, die Namen ihrer Verstorbenen zu verlesen, gemeinsam zu beten und danach die Friedhöfe zu besuchen, um die Gräber zu beräuchern. Das Gebet für die Entschlafenen bezeichnete Šćepanović als eine grundlegende christliche Pflicht, da die Verstorbenen selbst nichts mehr für ihr Seelenheil tun könnten.
Zugleich erläuterte der Geistliche die Symbolik von Kerzen und Weizen: Die Kerze stehe für das Licht des Glaubens und solle mit persönlichem Gebet verbunden sein, während das Weizenkorn auf Tod und Auferstehung Christi sowie die Hoffnung auf das ewige Leben hinweise. Friedhöfe seien daher neben Kirchen die heiligsten Orte orthodoxer Christen.
Auch theologisch nahm der Priester Stellung zur Würde des menschlichen Körpers. Die Orthodoxe Kirche lehne die Einäscherung ab, da bei der allgemeinen Auferstehung Seele und Leib gemeinsam auferstehen würden. Die Tragik des Todes liege in der Trennung von Körper und Seele, weshalb das liturgische Totengedenken eine zentrale Bedeutung im kirchlichen Leben habe.
Die UOJ berichtete zuvor, dass zwei Athos-Heilige vom Ökumenischen Patriarchat offiziell kanonisiert wurden.