Patriarch Daniel: Demut wiegt vor Gott schwerer als Selbstgerechtigkeit

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Patriarch Daniel rief zu demütigem Gebet als Herzstück der Triodionzeit auf. Foto: Patriarchat Patriarch Daniel rief zu demütigem Gebet als Herzstück der Triodionzeit auf. Foto: Patriarchat

Rumänisches Kirchenoberhaupt deutet das Gleichnis vom Zöllner und Pharisäer als Auftakt der Triodionzeit

Am ersten Sonntag der Triodion-Periode, dem 1. Februar 2026, hat der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel die Gläubigen zu einem demütigen und ehrlichen Gebet aufgerufen. Entscheidend vor Gott sei nicht äußere Korrektheit, sondern ein zerknirschtes Herz, betonte er während der Liturgie in der Patriarchalresidenz, wie das Patriarchat auf seiner Webseite berichtete.

In seiner Auslegung des Evangeliums vom Zöllner und Pharisäer (Lk 18,10–14) stellte der Patriarch den inneren Zustand des Betenden in den Mittelpunkt. „Gott zieht einen demütigen Sünder einem hochmütigen Gerechten vor“, sagte Daniel und erklärte, dass ein Gebet nur dann zu Gott führe, wenn es im Bewusstsein der eigenen Grenzen und in Abhängigkeit von der göttlichen Barmherzigkeit gesprochen werde. Stolz verwandle das Gebet dagegen in eine geistliche Barriere.

Am Beispiel des Pharisäers zeigte der Patriarch, wie Dank an Gott in Selbstlob umschlagen könne. Der Pharisäer mache aus dem Gebet einen Akt der Selbsteinschätzung und verurteile andere, während der Zöllner nicht einmal wage, die Augen zu erheben und nur um Erbarmen bitte. Diese Haltung der Reue habe den Zöllner vor Gott gerechtfertigt, obwohl sein Leben von Sünde geprägt gewesen sei.

Das Kirchenoberhaupt unterstrich, dass Demut gute Taten nicht ersetze, sondern begleiten müsse. Gottes Barmherzigkeit bedeute weder Billigung der Sünde noch Geringschätzung des Guten, das der Pharisäer getan habe. Zugleich erinnere die Körperhaltung beider Beter daran, dass Gebet eine Einheit von Seele und Leib sei.

Mit Blick auf die beginnende Triodionzeit vor der Fastenzeit sprach der Patriarch von einer geistlichen Schule der Kirche. Intensiveres Gebet, Schriftlesung, häufigere Beichte und tätige Nächstenliebe sollten die Gläubigen auf die Fastenzeit vorbereiten. Die vier vorbereitenden Sonntage erinnerten an die Grundpfeiler der Erneuerung: demütiges Gebet, Reue, Almosen und Fasten, damit die Seele „vom Tod durch die Sünde“ auferstehen könne.

Die UOJ berichtete zuvor, dass serbisch-orthodoxe Gemeinde zur Kreuzverehrung in den Limburger Dom einlädt.

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