Konvent der Grauen Schwestern in Reinbek nach 143 Jahren aufgelöst
Ordensfrauen ziehen in benachbartes Altenheim – Erzbischof Heße würdigt Fortsetzung des Ordenslebens
Nach 143 Jahren ist der Konvent der sogenannten Grauen Schwestern in Reinbek bei Hamburg aufgelöst worden. Die verbliebenen Ordensfrauen ziehen in das unmittelbar benachbarte Altenheim St. Elisabeth, das zur Kongregation der Schwestern von der heiligen Elisabeth gehört. Darüber berichtete das Erzbistum Hamburg am 5. Januar 2026.
Beim letzten Gottesdienst am Sonntag sagte Hamburgs Erzbischof Stefan Heße, er sei „froh, dass die Geschichte hier zu Ende geht – aber damit nicht zu Ende ist“. Vielmehr beginne für die Schwestern im Altenheim „ein neues Kapitel“. Auch dort hörten sie nicht auf, Schwestern zu sein, betonte Heße und erinnerte an das lebenslange Ordensgelübde.
Nach Angaben des Erzbistums Hamburg lebten im Konvent Reinbek nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise bis zu 200 Schwestern. Zuletzt waren es noch elf Ordensfrauen im Alter zwischen 60 und 88 Jahren. Im Altenheim St. Elisabeth leben bereits 40 Schwestern der Kongregation, die Einrichtung besteht seit 1960.
Die Schwestern von der heiligen Elisabeth unterhalten in Deutschland neben Reinbek vier weitere Niederlassungen in Berlin, Dresden und Magdeburg. Die Gemeinschaft wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Schlesien gegründet. Ihr Mutterhaus befand sich zunächst in Neisse, wurde 1890 nach Breslau verlegt und kam nach dem Zweiten Weltkrieg infolge der Vertreibung deutscher Schwestern nach Reinbek. Seit 1974 hat die Generalleitung ihren Sitz in Rom.
Zu den Tätigkeitsfeldern der Gemeinschaft zählen neben der Krankenpflege auch die Betreuung von Kindern und alten Menschen, soziale Fürsorge, Gemeindearbeit, Katechese und Unterricht.
Die UOJ berichtete zuvor, dass im serbisch-orthodoxen Kloster Hilandar auf dem Berg Athos das Weihnachtsfest begangen wurde.