Umstrittene Feier in Spanien: Die Bibel und der Koran beim Dreikönigsfest

05. Januar, 20:11 Uhr
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Einschnitt aus dem Stück. Foto: Infoaticana Einschnitt aus dem Stück. Foto: Infoaticana

Während der Prozession der Heiligen Drei Könige verzichteten sie darauf, das Jesuskind zu küssen, und lasen stattdessen Auszüge aus dem Koran und der Bibel vor, was Kritik hervorrief.

Am 05. Januar 2026 erschien die Nachricht, dass in Guissona, einer katalanischen Gemeinde mit einigen tausend Einwohnern, der traditionelle Besuch der Heiligen Drei Könige erneut für Kontroversen gesorgt hat. Die zur Diözese Urgell gehörende Pfarrei gerät zunehmend unter Druck, da sich die religiöse und kulturelle Zusammensetzung des Ortes stark verändert hat. Während die christlich geprägten Gemeindemitglieder überwiegend älter sind, stammt ein großer Teil der jüngeren Bevölkerung aus anderen religiösen und kulturellen Kontexten. Kritiker werfen der Pfarrei vor, auf diese Entwicklung nicht mit klarer Positionierung, sondern mit Anpassung an den kleinsten gemeinsamen Nenner zu reagieren. Darüber berichtete Infovaticana.

Bereits im vergangenen Jahr war die Feier Gegenstand öffentlicher Kritik, nachdem vorgesehen war, während der Messe Texte aus Bibel und Koran zu lesen. Nach Protesten wurde dieses Vorhaben kurzfristig aufgegeben und durch allgemein gehaltene Friedensbotschaften ersetzt. In diesem Jahr kündigte die Pfarrei an, dass einige der beteiligten Könige und Pagen muslimischen Glaubens seien und daher das traditionelle Küssen der Jesusfigur ablehnen würden.

Nach Darstellung der Gemeinde soll der Fokus der Feier auf Frieden, Brüderlichkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt liegen. Kritische Stimmen sehen darin eine weitere Relativierung christlicher Glaubensinhalte und befürchten, dass zentrale religiöse Symbole aus Rücksichtnahme entleert werden. Befürworter halten dem entgegen, dass der Umgang mit der religiösen Vielfalt des Ortes ein notwendiges Zeichen von Respekt und Toleranz sei, auch wenn dies mit einer Abkehr von überlieferten Traditionen einhergehe.

Zuvor hat die UOJ berichtet, dass in Nigeria bei einem Angriff mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen sind.

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