Polen: Ukrainer droht nach Klosterangriff lebenslange Haft
Nach dem tödlichen Messerangriff im Benediktinerinnenkloster in Jarosław erhebt die Staatsanwaltschaft fünf einzelne Tatvorwürfe gegen den 31-Jährigen.
Am 2. November 2026 berichtete RMF24 unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Przemyśl über neue Tatvorwürfe gegen den 31-jährigen ukrainischen Staatsbürger Ihor M. Nach dem tödlichen Messerangriff auf dem Gelände des Benediktinerinnenklosters in Jarosław werden ihm nun fünf einzelne Verbrechen vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Darüber berichtet auch die UOJ.
Bislang waren die Tötung eines katholischen Priesters und die versuchte Tötung von vier weiteren Menschen in einem gemeinsamen Tatvorwurf zusammengefasst. Die Ermittler behandeln nun jede Tat gegen eines der fünf Opfer gesondert. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Małgorzata Taciuch-Kurasiewicz, bezeichnete die Änderung als rechtstechnische Neubewertung.
Der Beschuldigte habe die ihm vorgeworfenen Taten eingeräumt und Reue geäußert. Weitere Erklärungen und Antworten auf Fragen habe er jedoch verweigert. Er befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft, die wegen seines Gesundheitszustands in einem psychiatrischen Krankenhaus mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen vollzogen wird.
Der Angriff ereignete sich am 24. September 2026 auf dem Klostergelände in Jarosław im Südosten Polens. Der katholische Priester Stanisław Zbojnowicz starb an seinen Verletzungen. Zwei weitere Priester und zwei Laien wurden verletzt, zum Teil lebensgefährlich. Die Polizei nahm den Tatverdächtigen vor dem Kirchengebäude fest.
Sachverständige stellten bei dem Mann akute psychotische Störungen fest. Eine spätere Begutachtung ermöglichte seine Vernehmung, klärt aber noch nicht seine Schuldfähigkeit zum Zeitpunkt des Angriffs. Diese Frage soll im weiteren Ermittlungsverfahren untersucht werden. Ein Urteil liegt bislang nicht vor.