Priestermönch Nil erläuterte Barmherzigkeit Gottes und Ikonenverehrung
Predigt in der Skite des Heiligen Spyridon zu Geilnau über die Auferweckung des Jünglings von Nain und die Beschlüsse des Siebten Ökumenischen Konzils.
In der serbisch-orthodoxen Skite des Heiligen Spyridon zu Geilnau sprach Priestermönch Nil (Lazarenco) ausgehend vom Evangelium nach Lukas 7,11–16, das von der Auferweckung des Jünglings von Nain berichtet, über die Barmherzigkeit Gottes, die Bedeutung der Anteilnahme am Leid anderer Menschen und die christliche Berufung, dem Vorbild Christi zu folgen. Zudem erläuterte er anlässlich des Gedenktages der Väter des Siebten Ökumenischen Konzils die theologische Grundlage der Ikonenverehrung und deren Zusammenhang mit der Menschwerdung Gottes. Die Skite veröffentlichte die Predigt am 30. Oktober auf ihrem YouTube-Kanal.
In seiner Ansprache hob Priestermönch Nil zunächst den Unterschied zwischen den Jüngern Christi und der Volksmenge hervor, die Jesus begleitete. Während die Jünger bereits auf dem Weg waren, ihm nachzufolgen, seien viele Menschen zunächst nur interessierte Beobachter gewesen. Dies lasse sich auch auf das kirchliche Leben übertragen: Neben denjenigen, die Christus konsequent nachfolgten, gebe es Menschen, die zwar am Leben der Kirche teilnähmen, aber noch nicht bereit seien, seine Lehren vollständig umzusetzen.
An der Begegnung Jesu mit der trauernden Witwe von Nain verdeutlichte der Geistliche die Bedeutung der Aufmerksamkeit für das Leid der Mitmenschen. Die Frau hatte nach dem Tod ihres Mannes auch ihren einzigen Sohn verloren und stand damit ohne familiären Rückhalt und soziale Absicherung da. Christus habe ihr Leid wahrgenommen und sich ihrer erbarmt. Daraus ergebe sich für Christen die Verpflichtung, nicht nur mit den eigenen Aufgaben und Vorstellungen beschäftigt zu sein, sondern die Menschen in ihrer Umgebung wahrzunehmen, auf ihre Not zu achten und ihnen mit Mitgefühl zu begegnen.
Die Auferweckung des Jünglings zeige zugleich, dass Gott nicht allein als strenger Richter, sondern vor allem als barmherziger Vater zu verstehen sei. Christus habe durch sein Leben und sein Handeln den unsichtbaren Gott offenbart. Seine Barmherzigkeit bestehe nicht darin, jedem Menschen sämtliche Wünsche zu erfüllen, sondern darin, ihm das zu geben, was seinem geistlichen Wachstum und seiner Erlösung diene. Die Auferweckung des Jünglings sei außerdem ein Hinweis auf die Auferstehung Christi gewesen und habe den Menschen geholfen, später auch an diese zu glauben. Die erfahrene Barmherzigkeit Gottes müsse sich schließlich im Umgang mit anderen widerspiegeln: Christen seien aufgerufen, zu verzeihen, zu helfen, füreinander zu beten und nicht mit gleicher Härte auf erlittenes Unrecht zu reagieren.
Im zweiten Teil der Predigt widmete sich der Geistliche dem Siebten Ökumenischen Konzil, das 787 in Nizäa stattfand. Dieses Konzil habe die Verehrung der Ikonen bestätigt und die theologischen Einwände der Ikonengegner zurückgewiesen. Während Gott im Alten Testament unsichtbar gewesen sei und deshalb nicht bildlich dargestellt werden konnte, sei er durch die Menschwerdung Christi sichtbar geworden. Die Darstellung Christi und der Heiligen in Ikonen bezeuge daher die Menschwerdung Gottes. Die Ikonenverehrung sei somit nicht lediglich eine erlaubte Tradition, sondern ein Bekenntnis zum christlichen Glauben: Wie das Evangelium die Menschwerdung Gottes in Worten verkünde, so täten es die Ikonen in Farben.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass ein griechischer EU-Abgeordneter eine Strategie zum Schutz von Christen gefordert hatte.
