Litauens Metropolit ruft Behörden auf, der Kirche keine Gotteshäuser zu entziehen
Metropolit Innokentij wandte sich wegen Gesetzentwürfen zur Beschlagnahme eines Klosters und mehrerer Kirchen an die Staatsführung Litauens.
Am 19. Oktober 2026 teilte die Orthodoxe Kirche in Litauen mit, dass ihr Oberhaupt, Metropolit Innokentij von Vilnius und Litauen, die Staatsführung aufgefordert habe, der orthodoxen Gemeinschaft keine Kirchen und kein Kloster zu entziehen. Über den Appell berichtet die Kirche auf ihrer offiziellen Website.
Anlass des Schreibens sind zwei Gesetzentwürfe, die darauf abzielen, der Kirche das Heilig-Geist-Kloster und mehrere historische Kirchengebäude zu entziehen. Außerdem soll die Orthodoxe Kirche in Litauen aus der Liste der traditionellen Religionsgemeinschaften des Landes ausgeschlossen werden.
Metropolit Innokentij richtete seine Erklärung an Präsident Gitanas Nausėda, Parlamentspräsident Juozas Olekas und Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius. Der Hierarch betonte, die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen verstießen gegen Verfassungsnormen.
Zuvor hatten sich die Bruderschaft des Heilig-Geist-Klosters und die Gemeindemitglieder der Kirche der heiligen Großmärtyrerin Paraskeva in Vilnius gegen einen möglichen Entzug des Eigentums ausgesprochen. Die Mönche und Gläubigen wandten sich an die Leitung, die Ausschüsse und die Fraktionen des Seimas und erklärten, einen Wechsel ihrer kirchlichen Jurisdiktion entschieden abzulehnen. Sie bezeichneten auch den Druck auf Religionsgemeinschaften als unzulässig.
Auch die Gemeindemitglieder weiterer Gotteshäuser, die von den Abgeordneten für einen möglichen Entzug vorgesehen wurden, kündigten entsprechende Eingaben an den Seimas an: der Mariä-Entschlafens-Kathedrale, der Nikolauskirche in Vilnius und der Mariä-Entschlafens-Kirche in Vievis.
Zuvor hatte die UOJ berichtet, dass die Orthodoxe Kirche in Litauen Vorwürfe zurückgewiesen hatte, sie stelle eine Bedrohung für die nationale Sicherheit dar.
