Niederländischer Ministerpräsident nutzt altruistische Leihmutterschaft
Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan wollen mithilfe einer Leihmutter ein Kind bekommen; auch der Fall Jens Spahn hatte in Deutschland Kritik ausgelöst.
Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten und sein Partner Nicolás Keenan bedienen sich einer sogenannten altruistischen Leihmutterschaft, um ein Kind zu bekommen. Im Unterschied zur kommerziellen Leihmutterschaft, bei der die Leihmutter für das Austragen des Kindes bezahlt wird, ist diese Form in den Niederlanden unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, wie das katholische Nachrichtenportal CNA am 21. Oktober 2026 berichtete.
Die kommerzielle Leihmutterschaft ist in den Niederlanden verboten. Nach Medienberichten sollen sowohl die Leihmutter als auch die Frau, deren Eizellen für die Zeugung des Kindes verwendet wurden, persönliche Bekannte des Paares sein.
Aus orthodoxer Sicht steht bei der Bewertung der Leihmutterschaft insbesondere das Wohl des Kindes im Mittelpunkt. Die orthodoxe Soziallehre betrachtet die Elternschaft in ihrer biologischen, austragenden und sozialen Dimension als zusammengehörig. Durch die Leihmutterschaft werden diese Rollen auf verschiedene Personen aufgeteilt. Dadurch können grundlegende Fragen nach der Herkunft und Identität des Kindes entstehen. Kritisch bewertet wird auch die Vorstellung, ein Kind könne Gegenstand einer rechtlichen Vereinbarung zwischen Erwachsenen werden. Nach orthodoxem Verständnis ist menschliches Leben eine Gabe Gottes und kein Produkt, über das nach persönlichen Wünschen verfügt werden kann. Diese Bedenken betreffen auch die nichtkommerzielle, altruistische Leihmutterschaft.
Auch in Deutschland hatte zuletzt der Fall des damaligen Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, für Diskussionen in Politik und Gesellschaft gesorgt. Spahn und sein Partner bekamen mithilfe einer Leihmutterschaft in den USA ein Kind. Der Fall rückte die rechtlichen und ethischen Fragen rund um die Praxis erneut in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Erzpriester Simon Turkic aus Frankfurt seinen neuen Roman „Die unsichtbare Reise“ veröffentlicht.
