Metropolit Grigorije in Stuttgart: Die Liebe wächst, wenn wir sie teilen
In seiner Predigt rief der serbisch-orthodoxe Geistliche dazu auf, die von Gott anvertrauten Gaben nicht aus Angst zu vergraben.
Am Sonntag, dem 20. September 2026, sprach der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije von Düsseldorf und Deutschland während der Göttlichen Liturgie in der Kirche der Versammlung Serbischer Heiliger in Stuttgart über das Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Mt 25,14–30). Er betonte, dass die von Gott geschenkten Gaben durch das Teilen wachsen und dass jeder Mensch entsprechend dem handeln solle, was ihm anvertraut wurde. Die Eparchie veröffentlichte die Predigt auf ihrer Webseite.
Metropolit Grigorije stellte das Gleichnis von den Talenten in den Mittelpunkt seiner Predigt. Dabei lenkte er die Aufmerksamkeit auf den Diener, der aus Angst sein anvertrautes Talent vergrub. Dessen eigentliches Problem sei, dass er seinen Herrn nicht als gütigen Geber, sondern als jemanden wahrgenommen habe, den er fürchten müsse. Auch Menschen heute liefen Gefahr, aus Angst vor Verlust ihr Leben, ihre Fähigkeiten und ihre Zeit zurückzuhalten und dadurch Gelegenheiten zu versäumen, anderen Gutes zu tun.
Mit Bezug auf die Auslegung des heiligen Johannes Chrysostomos erklärte der Metropolit in seiner Predigt, dass die empfangenen Gaben wachsen, wenn sie anderen zugutekommen. Dabei müsse es sich nicht um außergewöhnliche Leistungen handeln: Auch Zeit, Aufmerksamkeit und ein gutes Wort könnten zu Gaben werden, die Menschen miteinander teilen. Das eigene Leben sei dazu bestimmt, in Liebe mit anderen gelebt und eingesetzt zu werden.
Christus selbst zeige durch sein freiwilliges Leiden auf Golgota, dass das Leben gerade durch das Hingeben aus Liebe erfüllt werde. Zugleich erinnerte Metropolit Grigorije daran, dass Gott von jedem Menschen nur das erwarte, was dieser entsprechend den ihm anvertrauten Gaben geben könne. Deshalb solle man sich nicht ständig mit anderen vergleichen, sondern die eigenen Möglichkeiten nutzen.
Abschließend stellte der Metropolit die Freude als Gegenbild zur Angst heraus. Während die Furcht den Menschen dazu verleite, sich zu verschließen und seine Gaben festzuhalten, fordere die Liebe dazu auf, sich zu öffnen und das Empfangene weiterzugeben. Christen seien aufgerufen, die ihnen anvertrauten Gaben nicht aus Angst zu vergraben, sondern sie in Liebe mit anderen zu teilen, um schließlich die Worte Christi zu hören: „...geh hinein in die Freude deines Herrn“ (Mt 25,21).
Die UOJ berichtete zuvor, dass Metropolit Serafim bei 1,5 Millionen Rumänen in Deutschland weiteren Bedarf an rumänisch-orthodoxen Gemeinden sieht.