Metropolit Serafim sieht Bedarf an weiteren rumänisch-orthodoxen Gemeinden
Der Geistliche sprach in der Pfarrei „Heilige Joachim und Anna“ in Waldshut-Tiengen über die Verantwortung der Geistlichen und die Bedeutung von Liebe und Vergebung.
Am Samstag nach dem Fest der Kreuzerhöhung, dem 19. September 2026, hielt Metropolit Serafim von der Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa in der rumänisch-orthodoxen Pfarrei „Heilige Joachim und Anna“ in Waldshut-Tiengen eine Predigt. Darin unterstrich er die Bedeutung des Gebets, der gegenseitigen Unterstützung und der Geduld im christlichen Leben. Zugleich ermutigte er die Gläubigen, ihren Priester zu unterstützen und gemeinsam für den Frieden und die Einheit der Gemeinde einzutreten. Die Metropolie veröffentlichte dazu ein Video auf ihrem YouTube-Kanal.
Zu Beginn dankte Metropolit Serafim Gott für die junge, vor etwa zwei Jahren gegründete Gemeinde. Er würdigte den Einsatz von Priester Mircea-Mărgărit Tudorache aus Freiburg, der die Gemeinde ins Leben gerufen hatte, sowie von Priester Dan Blajovan, der sie inzwischen betreut. Angesichts der rund 1,5 Millionen Rumänen in Deutschland und der knapp 200 rumänisch-orthodoxen Pfarreien und Filialgemeinden betonte er den weiteren Bedarf an kirchlichen Gemeinden, damit die Gläubigen möglichst wohnortnah beten und Gottesdienste feiern können.
Als zentrale Aufgabe einer Pfarrei bezeichnete der Metropolit das gemeinsame Gebet. Die Liebe zu Gott zeige sich insbesondere darin, regelmäßig zu beten, die Heilige Schrift zu lesen und sich mit den Psalmen zu beschäftigen. Zugleich sei die Gemeinde eine geistliche Familie, in der die Gläubigen füreinander Verantwortung übernähmen und sich durch karitative Hilfe für Bedürftige einsetzten. Von Priestern und Eltern verlangte er vor allem Liebe, Geduld, Sanftmut und Vergebungsbereitschaft. Geistliche sollten die Menschen nicht verurteilen, sondern ihnen mit Güte begegnen und auch jene nicht aufgeben, die sich von der Kirche entfernt hätten.
Mit Blick auf das Fest der Kreuzerhöhung erinnerte Metropolit Serafim in seiner Predigt an die Aufforderung Christi, das eigene Kreuz auf sich zu nehmen und sich selbst zu verleugnen. Dazu gehöre, eigene Fehler und Schwächen anzuerkennen, auf Verurteilungen zu verzichten und auch in schwierigen Situationen geduldig zu bleiben.
Die UOJ berichtete zuvor, dass der serbisch-orthodoxe Metropolit Grigorije in Stuttgart sein Buch „Wir brauchen einander“ vorstellte.