„Die höchste Kultur der Menschheit ist die orthodoxe Liturgie der Kirche“
Metropolit Serafim predigte in seiner alten Pfarrei über den reichen Jüngling, die Bedeutung der Liturgie und den Umgang mit Leid und materiellen Gütern.
Metropolit Serafim von der Rumänisch-Orthodoxen Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa hat am 23. August 2026 in der Pfarrei Pojorta im rumänischen Kreis Brașov gepredigt. Anlass war der 12. Sonntag nach Pfingsten mit dem Evangelium vom reichen Jüngling. Die Metropolie veröffentlichte dazu ein Video.
Zu Beginn erinnerte Metropolit Serafim an seine persönliche Verbindung zu Pojorta. Dort hatte er 1974/75 als junger Theologe ein Jahr lang als Pfarrer gewirkt. Er dankte der Gemeinde für den Empfang und betonte, dass er die Pfarrei und ihre Gläubigen weiterhin in seinen täglichen Gebeten einschließe.
Im Mittelpunkt der Predigt stand die Bedeutung der Kirche und der Heiligen Liturgie für das geistliche Leben. Die Kirche sei das Leben und die Seele des Menschen. In der Liturgie könne der Gläubige bereits auf Erden die Gemeinschaft mit Gott und den Heiligen erfahren. Der Geistliche bezeichnete den orthodoxen Gottesdienst als höchste Form menschlicher Kultur, durch die der Mensch seine Seele bilde, sich über das Weltliche erhebe und die Gemeinschaft mit Gott suche.
Mit Blick auf das Evangelium vom reichen Jüngling (Mt 19,16-26) erinnerte der Metropolit daran, dass dessen Frage, was zu tun sei, um das ewige Leben zu erlangen, jeden Christen betreffe. Jesus verweise zunächst auf die Einhaltung der Gebote. Als der junge Mann erklärt, diese seit seiner Jugend zu befolgen, fordert Christus ihn auf, seinen Besitz zu verkaufen, den Erlös den Armen zu geben und ihm nachzufolgen. Der junge Mann scheitert an seiner Bindung an seinen Reichtum.
Dabei betonte der Metropolit, dass materieller Besitz an sich keine Sünde sei. Entscheidend sei vielmehr, dass der Mensch sein Herz nicht an Haus, Auto, Nahrung oder andere Güter binde und diese nicht höher stelle als Gott und das Gebet. Wer zuerst das Reich Gottes suche, dürfe auf Gottes Fürsorge vertrauen.
Einen weiteren Schwerpunkt legte der Hierarch auf den Glauben angesichts von Krankheit, Leid und persönlichen Prüfungen. Gerade in schwierigen Situationen dürfe der Mensch seine Hoffnung nicht verlieren, sondern müsse Gebet und Glauben verstärken. Gott sei dem leidenden und bedrängten Menschen besonders nahe. Er ermutigte dazu, auch im Alltag kurze Gebete zu sprechen und Gott um Hilfe, Vergebung und Kraft zu bitten.
Zum Abschluss rief der Metropolit dazu auf, die Liebe zur Kirche und zum Gebet zu vertiefen, einander Gutes zu tun und Barmherzigkeit zu üben. Die Hilfe für Hungernde, Durstige, Kranke und Bedürftige stellte er in den Zusammenhang mit dem letzten Gericht: Christus identifiziere sich mit den Menschen in Not. Durch tätige Nächstenliebe erweise sich nach seiner Auslegung des Evangeliums der Weg zum Reich Gottes.
Die UOJ berichtete zuvor, dass Erzpriester Slobodan Tijanić in Frankfurt das Evangelium vom reichen Jüngling als Aufruf deutete, sich von dem zu lösen, was im eigenen Herzen den Platz Gottes einnimmt.