Eparchie Šabac forderte Absage von geplanten Pride-Kundgebungen
Das Bischofsamt warnte vor Spannungen und rief orthodoxe Gläubige gleichzeitig zu Gewaltlosigkeit und einem friedlichen Eintreten für christliche Werte auf.
Das serbisch-orthodoxe Bischofsamt von Šabac in Zentralserbien hat die Organisatoren der für den 25. August 2026 in Šabac und Loznica angekündigten Pride-Karawane „Es ist Platz für alle“ aufgefordert, die Veranstaltungen abzusagen. Zur Begründung erklärte die Eparchie, orthodoxe Gläubige in beiden Städten bedrohten niemanden wegen persönlicher Überzeugungen oder Lebensweisen und wollten sich weder eine andere Lebensweise noch ein anderes Wertesystem aufzwingen lassen, wie die Redaktion der UOJ in Serbien berichtete.
Die Eparchie betonte, für orthodoxe Christen richte sich das Verständnis von „natürlich“ und „unnatürlich“ nicht nach aktuellen Ideologien oder wechselnden gesellschaftlichen Auffassungen. „Der Maßstab christlichen Lebens findet sich in der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche“, heißt es in der Erklärung. Das christliche Verständnis von Ehe und Familie beruhe auf der Verbindung von Mann und Frau und ihren Kindern. Zugleich verwies das Bischofsamt auf das Gedenken an die Gefallenen der Schlacht von Cer und an die Vorfahren, die für die Verteidigung des Landes und die Bewahrung der von St. Sava überlieferten Werte ihr Leben gegeben hatten.
Mit Blick auf mögliche Spannungen rief die Kirche zur Absage der Kundgebungen auf. Für den Fall, dass diese dennoch stattfinden, forderte es die Gläubigen auf, auf körperliche und verbale Gewalt, Beleidigungen und Demütigungen zu verzichten und friedlich für das Recht auf Glauben, Ehe, Familie und Kinder einzutreten.
Die UOJ berichtete zuvor, dass ein Feuer das Kloster des Heiligen Propheten Elias im serbischen Kacapun schwer beschädigte.