Patriarch Porfirije: Askese soll Raum für Gottes Liebe schaffen

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Der serbische Patriarch Porfirije zelebrierte in Belgrad. Foto: Patriarchat Der serbische Patriarch Porfirije zelebrierte in Belgrad. Foto: Patriarchat

Serbisches Kirchenoberhaupt deutete die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling als Aufruf zu innerer Freiheit, Demut und Nachfolge Christi.

Der serbisch-orthodoxe Patriarch Porfirije hat am Sonntag (23. August 2026) in der Dreifaltigkeitskirche im Belgrader Stadtteil Kumodraz über die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling (Mt 19,16–26) gepredigt. Im Mittelpunkt seiner Predigt standen die Berufung des Menschen zur Gemeinschaft mit Gott, der richtige Umgang mit Besitz und die Notwendigkeit, der Liebe Gottes keine Hindernisse entgegenzusetzen, wie das Patriarchat berichtete.

Patriarch Porfirije betonte, der Mensch sei nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen und finde deshalb Sinn, Freude und die Fülle des Lebens allein in der Gemeinschaft mit Gott. Die Evangeliumserzählung vom reichen Jüngling zeige, dass äußerer Wohlstand, moralisches Leben und die Erfüllung der Gebote die innere Sehnsucht des Menschen nach dem ewigen Leben nicht stillen könnten. Der junge Mann stehe dabei stellvertretend für alle Menschen, die trotz äußerer Erfüllung eine innere Leere verspürten.

Die Aufforderung Jesu, alles zu verkaufen und den Armen zu geben, sei nach den Worten des Patriarchen nicht als generelle Verurteilung von Besitz oder Reichtum zu verstehen. Entscheidend sei vielmehr die innere Haltung des Menschen zu dem, was er besitzt und ist. Geld, Wissen, Weisheit, Fähigkeiten und Tugenden seien Gaben Gottes, die nicht dazu dienten, sich über andere zu erheben, sondern um Nächstenliebe und Mitgefühl zu verwirklichen. Der Mensch müsse erkennen, dass er sich weder auf seinen Besitz noch auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen könne, sondern Christus nachfolgen solle.

Den Sinn des christlichen Glaubenskampfes fasste der Geistliche mit den Worten zusammen: „Der Sinn unserer Askese besteht darin, die Liebe Gottes in unsere Herzen einziehen zu lassen und uns zu verwandeln.“ Stolz, Selbstliebe, Eitelkeit und Egozentrismus könnten den Menschen daran hindern, Gottes Wirken in seinem Leben zuzulassen. Aus eigener Kraft seien Buße, Vergebung und die Rückkehr zu Gott nicht möglich. Möglich werde dies durch einen demütigen Glauben, der Raum für Gottes Gegenwart schaffe. Deshalb sollten Christen nicht Sklaven dessen sein, „was wir haben und was wir sind“, sondern sich frei davon ganz Gott anvertrauen.

Die UOJ berichtete zuvor, dass ein Feuer das Kloster des Heiligen Propheten Elias im serbischen Kacapun schwer beschädigte.

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